Am 22. August 2009 gehen wir wieder auf Tour. Früher haben wir schon öfter Urlaub in Griechenland gemacht, aber immer nur ein paar Wochen und in der Hochsaison. Jetzt können wir endlich die Ruhe der Nebensaison genießen und uns viel Zeit lassen. Ende Oktober soll es dann wieder heimwärts gehen.   

22. - 28. August 2009

Der Start unserer Fahrt nach Griechenland ging ganz gründlich daneben!

Am Abend vorher hatten wir noch in Seelze bei Hannover schön den 60.Geburtstag der Mutter unserer Schwiegertochter gefeiert. Aber kaum waren wir am Sonntag, den 23. auf der Autobahn südlich von Hannover, als es Gerd nicht gut ging und er sich aufs Bett legte. Noch dachten wir, dass das -wie schon öfter- nur vorübergehend sei, deshalb ließ ich ihn schlafen und fuhr ohne Wechsel weiter, weil die Fähre ab Ancona für Dienstag vorbestellt war. Bis Pfronten im Allgäu kamen wir. Dort blieben wir auf dem komfortablen Wohnmobilstellplatz der netten Familie Wohlfart, weil Gerd inzwischen auch hohes Fieber bekommen hatte und völlig schlapp war.

Am Montag wurde mir Gerds Zustand aber zu heikel und deshalb fuhren wir zur Ambulanz der St. Vinzenz Klinik in Pfronten. Ergebnis: Lungenentzündung! Gerd wurde gleich stationär aufgenommen und das war auch gut so, denn er wurde dort gut versorgt und die Behandlung schlug schnell an. Ich pendelte derweil mit dem Womo zwischen Stellplatz und Klinik hin und her und bestellte die Fähre um. Heute, am Freitag, dem 28. konnte Gerd das Krankenhaus verlassen, soll sich aber noch schonen. Deshalb werde ich gemütlich weiterfahren. Heute übernachten wir in Füssen und dann geht es in Ruhe weiter bis zur Fährabfahrt in Ancona am 1.September. Wir sind so froh, dass das noch so gut ausgegangen ist.

29. August - 13. September 2009

Am Samstag, den 29.8. wollten wir eigentlich ohne Hektik weiter nach Süden fahren. Aber es war ein Graus! Schon am Ortsausgang von Füssen gerieten wir in den ersten Stau. Ob auf dem Fernpass oder auf dem Brenner, ein Stau reihte sich an den anderen. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass Ende August noch so viele Fahrzeuge südwärts unterwegs sind, sonst wären wir bestimmt nicht an einem Samstag gefahren! So lernt man halt immer dazu. Ansonsten klappte alles gut. Den billigsten Diesel weit und breit gab es an der Jet-Tankstelle, letzte Abfahrt nach Reutte (Süd). Das war ein Tipp von Gerds Bettnachbarn in der Klinik, einem Berufskraftfahrer, der uns mehrere gute Tipps gab. So gaben wir an der OMV-Tankstelle in Nassereith unsere alte, ungültige GO-Box ab und ließen das Guthaben von 65€ auf eine neue Box übertragen. Damit wären wir gut über den Brenner gekommen, aber trotzdem mussten wir noch einmal ein Mindestguthaben von 75€ bezahlen. Halsabschneider! Und in 2 Jahren wird auch die neue Box wieder ungültig! Wenn Gerd ganz gesund gewesen wäre, hätten wir die Box gar nicht gebraucht, weil wir über den alten, landschaftlich sehr schönen, kostenlosen, aber anstrengenden Brennerpass gefahren wären, aber der Fernpass allein reichte mir schon.

Von Nassereith ging es über Obsteig nach Mötz zur Autobahn und dann über den Brenner. In Sirmione fanden wir einen sehr schönen ruhigen Wohnmobilstellplatz direkt am Gardaseestrand (Via Cantarane, 18 €, nicht zu verwechseln mit dem nicht so schönen Stellplatz direkt an der Altstadt). Endlich wieder baden können! Deshalb legten wir einen faulen Strandtag ein. Das Wasser war lauwarm, richtig erfrischend erst die Strandduschen.

Am Montag mussten wir dann weiterfahren. Es gab keinerlei Probleme, weil die italienischen Autobahnen weitgehend sechsspurig ausgebaut sind. In Fano an der Adria fuhren wir zum Womostellplatz 'Parco Giochi Sassonia 3, Via delle Brecce 10, N43°50' 32, E13°1'53. Trotz Straße und Eisenbahn war er nachts ruhig und kostete nur 7€. Und da der Platz zu der Zeit wenig belegt war, stand man auch nicht so eng. Zum Kiesstrand und zur Stranddusche musste man nur die Straße überqueren. So konnte ich auch hier wieder -wie schon die Tage zuvor- vor dem Frühstück schwimmen gehen, was für mich Morgenmuffel ideal zum Wachwerden ist.

Am nächsten Tag entsorgten wir auf dem Stellplatz in der Stadtmitte (N43°50.746'; E13°0.644') und bei Carrefour (Autobahnabfahrt Ancona- Süd und bei Ikea geradeaus weiter) frischten wir noch gründlich unsere Vorräte auf. Das neue Fährterminal in Ancona war dann per Navi schnell zu finden (N43°36.762; E13°29.980). Trotz alter Tickets gabs bei Superfast ruckzuck die Bordkarten, weil der Umbuchungstermin im Computer war. Anschließend fuhren wir Richtung 'Porto' oder 'carferries' (gut ausgeschildert) zur Anlegestelle der Superfast -Fähren am Kai 16. Alles dort geordnet und ohne das unsägliche Chaos der früheren Jahre!

Gegen 18.30h legte die Fähre ab und am nächsten Tag gegen 11h landeten wir in Igoumenitsa/Griechenland. Auch hier ein völlig umgebauter Hafen mit neuem Kai. Und Dank EU konnten wir ohne lästigen Papierkram (wie früher nötig) sofort aus dem Hafen fahren.

In Sagiada nördlich von Igoumenitsa trafen wir verabredungsgemäß unsere Marokkofreunde Helga und Heinz aus Rotenburg wieder. Wir genossen ein paar Tage den ruhigen Standort direkt am Meer mit klarem Wasser, herrlichem Ausblick und Stranddusche. Auch andere Wesen wurden von dieser Ecke angezogen. Regelmäßig nachts tauchten Kühe auf und grasten zwischen den Wohnmobilen. Logisch, hier war das Gras noch nicht gänzlich verdorrt. Dabei schlugen die wedelnden Schwänze häufig gegen die Autowände. Verjagen half immer nur kurzfristig und eine Kuh verhakte sich auch mit den Hörnern unter einer Autotür. Wir hätten nie gedacht, dass malmende Kuhgebisse direkt unter dem Fenster an unserem Bettkopfende sooo laut sein können! Aber auch an solche Geräusche gewöhnte man sich und irgendwann schlief man dann doch ein. Übrigens meinten Griechen, das seien garantiert albanische Kühe, die nachts über die naheliegende Grenze kämen. Naja, da müsste man wohl 'Kuhzöllner' einsetzen.

Unsere nächste Station war Dodóna in der Nähe von Ioannina. Dort besichtigten wir die Ruinen des Heiligtums und vor allen Dingen das relativ gut erhaltene Amphitheater , erbaut ca. 300 v.Chr. 18000 Menschen fanden dort früher Platz.

Anschließend rollten wir auf der Egnatia Odos weiter bis Thessaloniki. Diese Autobahn ist erst in diesem Jahr fertiggestellt worden und eine wahre Freude, weil die Strecke von Igoumenitsa nach Osten sehr gebirgig ist und jetzt braucht man nur noch wenige Stunden. Früher hatten wir immer 2 Tage dafür eingeplant. Unzählig viele Tunnel gibt es unterwegs, immer mit 2 Röhren und gut beleuchtet, neuster Standard. Kein Wunder, dass der Bau dieser Autobahn so ewig gedauert hat. Nur an einer Stelle muss man noch ohne Zeitverlust einen Brückenneubau umfahren. Wer aber zum ersten Mal nach Griechenland kommt, sollte nicht unbedingt die Egnatia nehmen, weil die alte Straße durch landschaftlich wunderschöne Ecken verläuft.

Nach einer Übernachtungspause in Sozopoli am Meer befinden wir uns nun auf dem Campingplatz Thalatta Kalamitsi südlich von Sikia auf Sithonia, dem mittleren Finger der Halbinsel Chalkidiki. Hier waren wir zwischen 1995 und 2000 schon 4x in den Sommerferien und wollten den Platz noch mal wiedersehen. Der Strand ist immer noch sehr schön, aber auf dem Platz ist es in der Nachsaison viel ruhiger und der Service ist sehr eingeschränkt. Die Zahl der Dauercamper hat erheblich zugenommen.

Helga und Heinz sind auch hier gelandet, so dass Geselligkeit gewährleistet ist. Leider hatten wir mit dem Wetter nicht soviel Glück. Diese Woche hatte uns nach der Hitze in der letzten ein stabiles Tief erwischt mit hier atypischen Regenfällen für diese Jahreszeit. Aber heute schien schon wieder dieSonne. Wenn man bedenkt, welche Überschwemmungen dieses Tief die letzten Tage in Istanbul angerichtet hat, können wir uns nicht beklagen. Immer positiv denken!

14. September - 2. Oktober 2009

6 Tage brauchte der Internationale Expressbrief mit unseren Wahlbriefunterlagen, von Marcus in Dortmund abgeschickt, bis Sikia auf Sithonia postlagernd. Ist das nun für einen Eilbrief langsam oder gut für griechische Verhältnisse?? Egal, wir waren froh, tatsächlich wählen zu können. Ob aber die Wahlbriefe auch tatsächlich richtig und pünktlich in Deutschland gelandet sind, wird immer ein Geheimnis bleiben.

Bis auf wenige, kurze Ausnahmen schien in den folgenden Tagen immer die Sonne. Wir genossen das schöne Wetter, bummelten durch Sarti, badeten, grillten, spielten Boule. Am 17.9. fuhren wir weiter nach Nea Roda auf dem östlichen Chalkidiki-Finger. Dort befanden wir uns ganz in der Nähe der Mönchsrepublik Athos, die leider nur von Männern in limitierter Anzahl mit schriftlicher Genehmigung besucht werden darf. Oberhalb von Nea Roda übernachteten wir neben einer kleinen Kirche mit herrlichem Rundumblick über Küste und Meer. Das Tüpfelchen auf dem i bildeten mehrere munter springende Delfine.

Weiter ging es zum 'Sphinxstrand', ca. 11 km südlich von Stratoni (N 40°25.061'; E 23°51.628'). Sehr ruhig, ein schöner Strand, glasklares Wasser, witzige Felsformationen, Wassertemperatur 24°, da muss man sich doch wohl fühlen. Jenny, der Münsterländer von Helga und Heinz, entdeckte neue Jagdobjekte und schleppte dauernd Schildkröten an. Den Schildkröten geschah nichts und wir hatten unseren Spaß, wenn der Aufschrei ertönte:"Nicht schon wieder!" An diesem herrlichen Strand feierten wir auch Gerds Geburtstag mit einem leckeren Grillessen. Mit 66 Jahren ...

In Stavros übernachteten wir direkt am Fischerhafen, Strand und Duschen nebenan, und machten einen gemütlichen Bummel durch die nahe, quirlige Innenstadt. Hier wurde besonders deutlich, dass im Nordosten Griechenlands die Zahl der Touristen aus den Balkanländern, besonders aus Bulgarien, in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Als Deutsche wurden wir öfters sehr freundlich begrüßt.

Über die Egnatia Odos fuhren wir anschließend wieder nach Westen, an Thessaloniki vorbei nach Verginia. Hier besichtigten wir das sehr interessante Museum mit dem ausgegrabenen Königsgrab von Philipp II, dem Vater von Alexander dem Großen. Die völlig unberührte Grabkammer mit der goldenen Urne wurde erst 1977 entdeckt. Über dem Museum wurde der ursprüngliche Grabhügel wieder hergestellt. Sehr beeindruckend! Leider ist das Fotografieren innen nicht erlaubt.

Übernachtet haben wir dann am Strand von Korinos (N 40°19.227'; E 22°37.657'), wieder nur wenige Meter vom Wasser entfernt, mit Wasserhahn bei einer kleinen Kapelle in der Nähe. In der Umgebung fallen die vielen Baumwollfelder auf.

Da wir nun schon den Olymp von weitem sehen konnten, wollten wir uns doch Zeus etwas mehr nähern. Von Litohorio aus schraubten wir uns über die sehr steile, schmale und kurvige, aber gut asphaltierte Straße 1100 m hoch ins Olymp- Massiv hinein bis zu Ende der Straße. Von dem kleinen, sehr schrägen Parkplatz bei der Berghütte Prionia geht es nur noch zu Fuß weiter. Die Wanderung zur nächsten Berghütte in 2100m Höhe führt durch wunderschöne Umgebung, es geht aber durchweg steil bergauf. Wir wanderten 1,5 Stunden, dann reichte es uns Flachlandtirolern. Der griechische Göttervater Zeus ist uns leider nicht begegnet. Es ist auch nicht bekannt, auf welchem der Gipfel des Olymp-Massivs er genau thront.

Da Helga und Heinz am nächsten Tag den Aufstieg zur nächsten Hütte in Angriff nehmen wollten, fuhren wir weiter südwärts nach Velika ans Meer. Dort war es auch viel wärmer als auf dem für Wetterumschwünge bekannten Olymp. Und am nächsten Tag fanden wir hinter Agiokambos (N 39°39.321'; E 22°53.619') wieder einen Traumstrand: eine sehr schöne ruhige Bucht mit Sandstrand und kitschig blauem, klaren Wasser, eine Quelle in der Nähe. In derselben Bucht campten Erika und Nicol aus Dresden und mit ihnen verbrachtenen wir einen feuchtfröhlichen Abend in dem Restaurant Paradies mit vorzüglichem Essen. Dem Restaurant angegliedert sind ein Hotel und eine vielseitige Landwirtschaft. Die Tochter der griechisch-deutschen Besitzerfamilie führte uns über den Hof und zeigte uns Obst- und Gemüsegarten und die Tiere. Besonders lustig sahen die Schweine aus, eine Kreuzung von Wild- und Hausschwein. Das Fleisch ist ausgesprochen lecker! Wir bestellten dann noch Gemüse und hausgebrannten Zipero, was wir am nächsten Morgen prompt an den Strand geliefert bekamen. 3 Tage blieben wir hier und die Rotenburger trafen nach erfolgreicher, sehr schöner, aber anstrengender Olymp-Wanderung auch ein.

Am Samstag, dem 26.9. fuhren wir weiter nach Larissa und fanden nur mit Mühe den einwöchigen Bazar am Stadtrand. Dieser Markt war uns von Griechen empfohlen worden und tatsächlich haben wir in Griechenland noch nie einen so großen Markt gesehen. Bis auf Autos, Möbel , Obst und Gemüse gab es fast alles, sogar deutsche Küchengeräte. Abends übernachteten wir ruhig in Nies bei Sourpi am Meer und ärgerten uns wieder einmal über den vielen Müll, den die Griechen gewohnheitsmäßig in die Landschaft schmeißen. Gebildetere Griechen regen sich auch darüber auf, bewundern deutsche Touristen, die rund um ihre Wohnmobile Abfall wegsammeln und schimpfen über ihre Landsleute, unternehmen aber selber selten etwas.Glifa: Fähre nach Euböa

Am nächsten Tag nahmen wir die Fähre von Glifa nach Agiokambos auf Euböa (32 €).und fuhren weiter bis Kanatadika (N 38°59.976'; E 23°7.350'). Dies ist wieder so ein Traumstrand! Wir standen direkt am Meer neben einem Wasserhahn, mit tollem Blick z.B. auf die Südspitze der Halbinsel Pilion. Kaum waren wir angekommen, wurden wir von jungen griechischen Womofahrern zum Kaffee eingeladen. Das Meer war immer noch 23° warm und so badeten wir wie auch schon vorher fast jeden Tag. Ansonsten war u.a. viel Doppelkopf angesagt. Und deutscher Fernsehempfang klappte tadellos. So konnten wir auch die Bundestagswahlberichte lückenlos verfolgen. Und wer uns kennt, kann sich sicher gut unsere Gemütslage vorstellen!!! Nur ins Internet kamen wir nicht, deshalb konnten wir auch kaum neue Berichte reinstellen.

Die Versorgung klappte bestens. Einheimische schenkten uns schon Melonen und Fische und im 5 km entfernten Istiea gibt es Lidl und Aldi. Großwaschtag haben wir auch schon betrieben, mit Campingwaschmaschinenantrieb durch Generator, Schleuderersatz durch Muskelkraft und Biotrockner (lange Wäscheleine + Sonne), mindestens "5 Kessel Buntes". Die Sonne war uns weiterhin hold gesonnen.

Kanatadika: WaschtagAbendstimmung

Von den Unwettern im Mittelmeerraum und auch an Griechenlands Westküste während der letzten Wochen haben wir hier an der Ägäis nichts mitbekommen, sind aber wegen der schlechten Wettervorhersagen für den Westen vorsichtshalber im sonnigen Osten Griechenlands geblieben.

3. - 12. Oktober 2009

Die Badetage in Kanatadika waren wunderschön, aber wir wollten ja noch mehr von Griechenland kennen lernen. Am 4.10. trennten sich unsere Wege: Wir wünschten noch mehr von Euböa zu sehen und Athen anzufahren, wo Helga und Heinz schon gewesen waren und deshalb direkt zum Peleponnes fahren wollten. Der Abschied fiel nicht so ganz leicht, aber vielleicht sieht man sich ja noch auf dem Peleponnes.

An diesem Tag fuhren wir nur noch nördlich bis zum nahen Pefki, bummelten und badeten. Als wir abends in einer Taverne aßen, erregte ausnahmsweise der wie fast immer in Tavernen laufende Fernseher unsere Aufmerksamkeit. Es wurden nämlich Hochrechnungen der gr. Wahlen gezeigt, nur wir verstanden nichts. Zufällig sprach uns ein junger Grieche an, der in Deutschland geboren worden war. So konnte er uns alles erklären: die gr. Sozialisten hatten die Mehrheit erreicht und lösten die konservative Regierung ab. Und in den verschiedenen Lagern gab es Trauer, Freude, große Reden usw. Wie ähnlich war es eine Woche zuvor in Deutschland gewesen, nur mit verschiedenen Vorzeichen.

Am nächsten Tag machten wir auf dem Weg nach Süden einen Abstecher nach Psaropouli mit ansehnlichem Strand, aber schlechten Womostellmöglichkeiten und landeten anschließend am Strand von Kria Vrisi. Nach der obligatorischen Müllsammelaktion rund um das Womo fühlten wir uns dort sehr wohl: sehr ruhig, direkt am Wasser, Stranddusche, schöne Umgebung für Spaziergänge. Außerdem trafen wir nette Leute: u.a. Hans und Ingrid aus Korb, die wir schon in Kanatadika gesehen hatten, und Walter und Edith aus Netpen. Solltet ihr unsere Homepage lesen, seid herzlich gegrüßt! Abends saß man dann bei lockerem Plausch beisammen, bis es draußen zu kalt wurde. In der Nähe gab es etliche Walnussbäume, um deren Früchte sich kein Grieche kümmerte. Diese Nüsse konnten wir nun ja nicht vergammeln lassen! Frische, selbst gesammelte Walnüsse sind was Feines!

Am 8.10. vervollständigten wir auf dem Wochenmarkt in Mantoudi unsere Vorräte und fuhren westwärts quer über Euböa. Die Insel ist landschaftlich sehr reizvoll, sehr gebirgig und ausgesprochen grün mit vielen Wäldern und Obstanbau. Den Süden haben wir uns für unseren nächsten Besuch vorgenommen.

Bei Chalkida erreichten wir über die Brücke wieder das Festland, hier Attika. Wir übernachteten am Meer in Halkoutsi (N 38.34072°; E 23.72791°) und einen Tag später rollten wir auf Athen zu. Welch eine Begrüßung: starker Verkehr, aber kein Stau; strahlend blauer Himmel und kein Smog! "Athens Camping" war relativ schnell erreicht und wir waren zufrieden mit unserer Wahl. Der kleine, gut ausgestattete Platz mit WIFI und vielen Bäumen hat die Bushaltestelle direkt vor der Tür. Mit Bus und Metro braucht man nur rund eine halbe Stunde bis zur Innenstadt und zum Fuß der Akropolis, Fahrtkosten: 1 €!! Den Verkehr rund herum sieht man nicht, aber er ist sehr deutlich zu hören. Der Lärm ist jedoch so gleichmäßig, dass man sich fast daran gewöhnt. Geschlafen haben wir jedenfalls tief und fest.

2 volle Tage bummelten wir durch Athen, ließen uns von der Atmosphäre einfangen und schauten uns so alles an, was normale Erstbesucher eben sehen möchten. Einmal die 3 quirligen Plätze Omonia, Monastiraki und Syntagma, die Einkaufsstraße Athinas mit Fleischmarkthallen von nie gesehener Größe und dem nahe gelegenen Flohmarkt, der eigentlich mehr ein Bazar ist, und die Plaka, das Altstadtviertel am Fuß der Akropolis, mit engen Gassen und voller Betriebsamkeit mit kleinen Läden und Tavernen. Und überall kann man sich alles in Ruhe ansehen, es fehlt die oft aufdringliche Anmache, die viele Geschäftsleute von Ländern am südlichen Mittelmeer zeigen. Und am Sonntag, um 11 Uhr, reihten wir uns in die Zuschauermenge beim großen Wachwechsel vor dem Parlamentsgebäude ein. Ist schon interessant zu sehen, wie die Soldaten beim Marschieren die stark gefälteten Röckchen, weiten Ärmel und Bommeln auf den Schuhen schwingen. Wie halten die armen Kerle es mit ihren Wollstrümpfen nur in der Sommerhitze aus?

Für die antiken Sehenswürdigkeiten ließen wir uns besonders viel Zeit. U.a. besichtigten wir die griechische Agora, jetzt fast eine grüne Lunge, und stiegen schwitzend bei rund 30° C zur Akropolis hoch. Aber diese Mühe lohnte total! Auch wenn nur noch Rudimente der Anlage stehen und viele Teile in Museen gewandert sind , beeindruckte uns die Akropolis als Ganzes und von dort bot sich bei klarem Himmel ein fantastischer Ausblick über Piräus hinweg zum Meer und über die Stadt, in der dicht gedrängt z.Zt. ca. 5 Mill. Menschen leben. An den beiden antiken Amphitheatern vorbei gelangten wir zu dem neuen Akropolis-Museum, welches erst im Juni 09 eröffnet wurde. Dieses eindrucksvolle Museum, ohne das ein Besuch der Akropolis nur Stückwerk ist, wurde über Ausgrabungsstellen errichtet, die man unter Glasböden gut erkennen kann, und zeigt originale Bestandteile der Akropolis und dazu Rekonstruktionen bereits zerstörter Teile.

Der letzte Tag in Athen wurde als "Service-Tag" verplant, was da meint: putzen, waschen, schreiben und Internet. Muss ja auch mal sein und ist besonders gut regelbar mit ausreichender Wasser- und Stromversorgung. Außerdem haben wir in Patras bei "Superfast" angerufen und die Fähre zurück nach Ancona/Italien gebucht. Der letzte freie Termin für Camping on Board war am 29.10. Und das passte uns auch ganz gut.Blick von der Akropolis auf das antike Dionysos-Theater und das brandneue Akropolis-Museum 

13. - 25. Oktober 2009

Nun erwischte uns das aktuelle Mittelmeertief doch, in strömendem Regen verließen wir Athen in Richtung Korinth. Natürlich machten wir auch wieder Pause am Isthmus von Korinth, dem Kanal, der die Halbinsel Peloponnes vom griechischen Festland trennt. Unser Ziel war Akrokorinthos, die antike Burgruine auf dem mächtigen Felsen bei Korinth. Von dem Parkplatz vor dem Eingang hatten wir einen wunderbaren Blick auf Burganlage und Umgebung. Leider wurde es am späten Nachmittag immer stürmischer, so dass wir mit Bedauern auf den tollen Ausblick verzichteten und geschützt zwischen Bäumen bei der Ausgrabungsstätte Ancient Korinthos übernachteten.

Pünktlich zur morgendlichen Öffnung der sehr eindrucksvollen Ausgrabungsstätte rauschten die zahlreichen Touristenbusse heran, weshalb wir fluchtartig die Gegend nach Süden verließen. Da wir nicht mehr so viel Zeit bis zur Fährabfahrt hatten und uns nicht unter Zeitdruck setzen wollten, verzichteten wir auf eine Peloponnesrundfahrt. Außerdem kennen wir die meisten Sehenswürdigkeiten von unserer ersten Griechenlandfahrt 1988. Aber das ist lange her und nächstes Jahr werden wir hier wahrscheinlich mehr Zeit verbringen.

Nördlich von Nafplio besichtigten wir die Reste der größten mykenischen Burg Tiryns. Entstanden um 1400 v.Chr. sieht das Ganze heute aus wie ein steinerner Klotz aus riesigen, grauen Felsblöcken. Diese Blöcke wurden aufeinander geschichtet und durch das anschließende Dazwischenschieben kleinerer Steine stabilisiert. In Nafplio gibt es eine schöne Wohnmobilübernachtungsmöglichkeit am Rande der Altstadt, den Hafenparkplatz direkt am Wasser ( N 37.56909°; E 22. 80108°). So standen dort auch etliche Womos. Kein Wunder, Nafplio ist nicht nur für uns eine der schönsten Städte Griechenlands, besonders außerhalb der Hochsaison, wenn der Trubel nicht so groß ist. Allein 3 Festungen rahmen sie ein, eine im Wasser, zwei auf Bergrücken.

Am nächsten Morgen wollten wir die Festung Palamidi besichtigen, aber es goß in Strömen, Null Weitblick! Das hätte nichts gebracht. So rollten wir weiter, quer durch den Peloponnes über Tripoli (hier ALDI), Megalopoli, Andritsena auf durchweg sehr gebirgiger und kurviger Strecke nach Westen. Kein Spaß bei Dauerregen und häufigen dichten Nebelbänken. Aber das Ziel, der Apollontempel Bassae ( N 37°25.777'; E 21°54.053' ), war diese Mühe unbedingt wert. Die Nacht war aber erst einmal recht schauerlich, wir ganz allein auf dem Tempelparkplatz in 1100m Höhe, weit und breit kein Mensch und dazu ein Mordsgewitter. Am nächsten Morgen war es immer noch sehr neblig und so hatten wir die Tempelanlage fast für uns.

Der Apollontempel, UNESCO-Weltkulturerbe, wird schon seit 20 Jahren restauriert und wurde deshalb wettergeschützt eingepackt, aber nicht von Christo. Da auch das Fundament nicht mehr stabil war, werden die Säulenreihen Meter um Meter hochgehoben und auf ein erneuertes Fundament umgesetzt. Beeindruckend! Danach führte uns der Weg weiter nach Westen - wieder auf sehr kurviger Strecke - bis nach Tholo am Mittelmeer.

An der Küste angekommen wendeten wir uns nach Norden über Zaharo nach Kato Samiko. Dort gibt es einen sehr schönen Strandparkplatz, wo immer Womos stehen ( N 37.53079°; E 21.57678° ). Wir blieben aber nur eine Nacht, weil wir uns am nächsten Tag wieder per SMS mit Heinz und Helga verabredet hatten.

So fuhren wir am nächsten Tag weiter nach Skafidia. Dieser Ort ist aus einem ganz anderen Grund interessant. Hier lebt nämlich der Grieche Stasi, der in Deutschland studiert, lange Zeit einen Betrieb in Nürnberg hatte und jetzt mit seiner deutschen Frau Heidi wieder die meiste Zeit in Skafidia lebt. Die Rotenburger kannten ihn schon und deshalb wurden wir gleich am Ankunftstag zum Kaffee eingeladen und 2 Tage später mit noch zwei Campern zum Grillessen. Lecker! Stasi besitzt u.a. Olivenbäume und presst sein eigenes Öl, natürlich kalt und sofort nach dem Sammeln der Oliven. Sein Öl ist wirklich erstklassig und wir freuten uns, noch etwas kaufen zu können. Nun wissen wir auch, dass die Oliven, aus denen Öl gepresst wird, viel kleiner sind und von anderen Bäumen stammen als die Oliven, die gegessen werden. Und ein kleines Problem wurde auch gelöst. Heidi empfahl mir einen Friseur in Mirtea, bei dem ich prompt einen Termin erhielt. Das wurde auch Zeit und ich war zufrieden!

Das Wetter blieb warm, aber wechselhaft. So spielten wir mit viel Spaß weiter Doppelkopf. Am 17.10. schaukelte gegen 22 Uhr plötzlich unser Wohnmobil. Das war ein kleines Erdbeben, für die Bewohner dieser Gegend nichts Besonderes, lebt man doch in einer erdbebengefährdeten Zone, wo die Erde häufiger mal etwas bebt. Für uns aber eine ganz neue Erfahrung!

Am 20.10. verbrachten wir den letzten gemeinsamen Tag am Strand von Paralia Savalia ( N 37°47.827'; E 21° 15.328'). Dort grillten wir noch einmal gemeinsam und spielten ein letztes Mal Doppelkopf. Und wieder wackelten plötzlich die Stühle unter unseren Hintern - wieder ein kleines Beben. Heißt es nicht, dass ein größeres Beben immer Vorboten sendet ?...Die Fähre von Helga und Heinz würde ein paar Tage vor unserer fahren und deshalb hatten wir noch mehr Zeit für diese herrliche Gegend. Wäre schön, wenn wir uns bald wiedersehen könnten.

Die nächsten Tage verbrachten wir auf der "Platte" von Killini, nördlich vom ehemaligen Robinson Club, heute "kyllini beach resort" ( N 37°53.348'; E 21°6.677' ). Die Sonne schien wieder prächtig: Badewetter! Endlich hatten wir wieder Lust zu schwimmen. Das Meer war immer noch 23°C warm und die Strandduschen waren noch nicht abgestellt. Auch die Strandtaverne hatte noch geöffnet, eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit. Das gefiel uns und anderen Campern ausgezeichnet. Hier sind eigentlich immer Womos anzutreffen.

Zum Wochenende verschlechterte sich das Wetter wieder und es wurde Sturm angesagt. Regen weichte den Platz zu einer Matschfläche mit großen Pfützen auf. Deshalb zogen wir auf den komfortablen und schön angelegten Campingplatz "Ionian Beach" bei Glifa um. Dort war zu dieser Zeit (nach den deutschen Herbstferien) so wenig los, dass wir in vorderster Reihe am Meer stehen konnten. Auch WIFI haben wir, den letzten Rest dieses Reiseberichtes werden wir dann von daheim ins Netz stellen, wo wir voraussichtlich am Montag, den 2.11. ankommen werden.

26. Oktober - 2. November 2009

Nun sind wir wieder zu Hause gelandet und wollen noch schnell von den letzten Tagen unserer Reise berichten. Am Montag, 26.10. schien die Sonne bereits wieder strahlend und verließ uns auch die nächsten Tage nicht. Und weil das Meer immer noch 22° warm war, machte das Schwimmen immer noch Spaß.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nordwärts nach Kalogria durch die wunderschöne Umgebung mit vielen Seen, Sümpfen und Pinienwäldern. Auf dem Strandparkplatz ( N 38°9.350'; E21°22.072' ) stand man sehr ruhig zwischen Pinienwald und herrlichem Strand mit glasklarem (wie fast immer) Wasser. Und Trinkwasser gab es auch. Für uns war das einer der schönsten Stellplätze überhaupt. Leider fanden das ab spätnachmittags viele Mücken auch, so dass alle Luken dicht gemacht werden mussten. Aber tagsüber am und im Meer störten die Biester ja nicht.

Am 29. fuhren wir über Lakkopetra nach Patras zum letzten Einkauf bei Lidl und dann direkt zum Terminal ( N38.25577°; E21.73718° ) im Hafen. Dort holten wir unsere Bordkarten und die Superfast legte pünktlich direkt davor an. Wir standen weit hinten auf dem Camperdeck und hatten deshalb sogar noch eine ganze Weile Fernsehempfang.

Superfast beim Anlegen rückwärts neben dem Terminal im Hafen von Patras Superfast V: Camperdeck       Am nächsten Tag liefen wir pünktlich gegen 11 Uhr in Ancona ein und befanden uns kurze Zeit später auf der Autobahn nordwärts. Auf der ersten Autobahnraststätte konnten wir schon unsere Gasflaschen mit Autogas auftanken, in Italien überhaupt kein Problem, LPG gibt es überall. Unser Tagesziel war San Marino, Woran wir sonst nur immer vorbeigerauscht waren. Dieser Abstecher war goldrichtig! Der offizielle, kostenlose Womostellplatz Baldasserona P 13 ( N43°56'29; E12°26'33 ) bietet viel Platz, liegt sehr ruhig zwischen Bäumen und hat WC, Ver- und Entsorgung. Zur nahe gelegenen Seilbahn sind es nur 450m, allerdings einige Treppen hoch. Jede volle Viertelstunde fährt die Seilbahn zur Altstadt San Marinos hoch, die oben auf einem Felsen liegt.

So standen wir ruckzuck im Zentrum mit seinen engen Gassen und den vielen Aussichtspunkten mit Blick runter in die weite Umgebung u.a. bis nach Rimini. Der Spaziergang dort hat uns sehr viel Spaß gemacht, so dass wir dort sicher auch bei unseren nächsten Griechenlandfahrten eine Übernachtungs- und Bummelpause einlegen werden.

Die nächste Tagesetappe führte uns über Bologna, Brennerautobahn und Fernpass wieder zum Wohnmobilstellplatz am Stadtrand von Füssen, Abt-Hafner Straße 9. Wir mögen diesen Platz, weil er ruhig und gut ausgestattet ist und eine Bäckerei, Aldi, Lidl und Obi nebenan liegen.

Nach für uns ungewohnt kühler Nacht strahlte die Sonne am nächsten Morgen so verführerisch, dass es zum Fahren viel zu schade war. So fuhren wir zu den naheliegenden Königsschlössern, eine fantastische Umgebung für einen Spaziergang. Trotz November herrschte viel Betrieb: u.a. viele Japaner und Osteuropäer. Deutsche schienen uns eindeutig in der Minderheit. Das Schloss Neuschwanstein besichtigten wir bereits früher mit den Kindern, jetzt nahmen wir an einer Führung durch Hohenschwangau teil. Das gefiel uns auch viel besser, weil dieses Schloss bis Anfang des letzten Jahrhunderts tatsächlich bewohnt wurde (u.a. von Ludwig II ) und nicht nur ein reines Märchenschloss war wie Neuschwanstein, das nie ganz fertig geworden ist.

Wegen dieses schönen Ausfluges erreichten wir erst spät unseren nächsten Stellplatz beim EXPOCAMP bei Wertheim/Main. Nach kurzem Bummel durch den Movera Shop und das riesige Outlet Center nebenan am nächsten Morgen reisten wir weiter nach Dortmund, wo wir den in Auftrag gegebenen griechischen "Kinderkram" (Originalformulierung von Swantje) als Mitbringsel ablieferten, unsere eigene Post abholten und ausführlich in Familienerlebnisse eintauchten. So erreichten wir unser Zuhause in der Grafschaft Bentheim erst ziemlich spät - müde, aber glücklich.

Das wars: 22. August bis 2. November 2009 - 5317 km - viel gesehen, viel erlebt - allein und mit Freunden - rundum erholt und zufrieden.

Griechenland, wir kommen wieder!

Vorerst grüßen wir ganz herzlich unsere Leserinnen und Leser.

PS. Die unterschiedlichen GPS-Daten stammen aus verschiedenen Büchern , Prospekten oder wurden von unserem Navi abgelesen. TomTom schluckt alles.