1. Januar 2009

Wir befinden uns mitten in den Vorbereitungen für unsere Winterflucht Richtung Marokko. Nach ein paar Problemen mit unserer Wohnmobilheizung funktioniert jetzt alles im Womo wieder, wie wir es wünschen. So hoffen wir, dass wir wirklich am 6. Januar starten können. Wenn alles klappt, folgen weitere Berichte von unterwegs.

6. - 8. Januar 2009

Als wenn wir es geahnt hätten, diese Woche gibt es Kälterekorde in Deutschland. Da die Kälte aber ein paar Tage anhalten sollte und die Hauptstraßen frei waren, fuhren wir trotzdem nachmittags am 6.1. los. Weit kamen wir nicht. Denn nach 10km auf der Autobahn fiel uns ein, dass wir unser Laptop vergessen hatten. Also wieder zurück und dann ein 2. Start! Den Abend verbrachten wir bei Kindern und Enkelkindern in Dortmund. Um 22 Uhr war es -16 Grad! Da hatten wir seit vielen Jahren die kälteste Nacht erwischt. Aber im Wohnmobil arbeitete die Heizung ordentlich und wir hatten keine Probleme.

Am nächsten Tag fuhren wir gemütlich und auch wegen der Kälte vorsichtig die A61 weiter bis zum Caravan-Stellplatz beim Technik-Museum in Speyer. Unterwegs hatten wir wieder Pech. Gerd brach ein schon früher repariertes Stückchen von einem Schneidezahn ab. Aber am Abend gab es dann eine große Freude. Wir erfuhren telefonisch, dass in Dortmund unser 4. Enkelkind unterwegs ist. Wow!

Der nächste Morgen brachte schnelle und gute Zahnreparatur in einer sehr gut organisierten Zahnarztpraxis und strahlenden Sonnenschein. Deshalb machten wir einen ausgedehnten Bummel durch das Zentrum von Speyer und besichtigten den gewaltigen romanischen Kaiserdom. Den Nachmittag verbrachten wir im interessanten Technik Museum, wo u.a. das riesige einzige russische Space Shuttle BURAN und eine Boeing 747 (Jumbo) ausgestellt sind. Speyer lohnt einen Aufenthalt!

9. - 14. Januar 2009

Weiter ging es nach Süden durch Frankreich mit Übernachtungen neben der Kirche in Pommard bei Beaune und auf dem Aire Camping Car direkt an der Rhone in Viviers. Ab Lyon hatten wir bei strahlendem Sonnenschein endlich Plustemperaturen. Das gab Auftrieb! Eine Pause wollten wir in dem uns schon lange bekannten Leucate-Plage - östlich von Perpignon am Mittelmeer - machen. Leider ist der anvisierte Campingplatz dort neuerdings Dez./Jan. geschlossen. Der Wohnmobilstellplatz nebenan liegt auch ganz schön, hat Entsorgung, aber leider keinen Strom. So blieben wir nur 2 Tage und konnten schon draußen sitzen bei über 20 Grad in der Sonne.

Jetzt sind wir auf dem Campingplatz 'La Masia' in Blanes, nördlich von Barcelona und konnten sogar schon im Pullover draußen sitzen. So haben wir es uns gewünscht! Immer wieder begegnet man Leuten, die auch auf dem Weg in den Süden sind und gute Tipps geben.

15. - 23. Januar 2009

Je weiter wir nach Süden kamen, desto mehr deutsche Camper trafen wir. Sowohl auf dem CP 'Torre de la Sal 2', nördlich von Castellon, als auch bei Oliva wimmelte es von deutschen Überwinterern. Kein Wunder angesichts der milden Wintertemperaturen. Die Camper stöhnten zwar über den diesjährigen ungewöhnlich kalten und nassen Januar, aber immerhin hatten wir nach zwei bedeckten Tagen wieder durchgehend Sonne und 16,5 Grad Höchsttemperatur im Schatten. Da kann man nicht unzufrieden sein.

Von Tarragona bis Alicante sind wir nicht mehr Autobahn gefahren. Die Nationalstraße 340 z.B. ist hervorragend ausgebaut und führt fast durchweg durch Orangenplantagen. (Randbemerkung: 1l Diesel kostet hier im Moment rund 0,88€.)

Die weitere Strecke führte uns über Murcia nach Granada meist durch sehr trockene gebirgige Landschaft zum Campingplatz in La Zubia, südl. von Granada, mit anfangs herrlichem Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada. Direkt vor dem kleinen, ruhigen und komfortablen Platz halten Busse, die direkt zur Innenstadt fahren. Granada ist so sehenswert, dass wir am nächsten Tag unbedingt einen Stadtbummel machen mussten. Die wunderschöne Alhambra besichtigten wir diesmal nicht, weil wir dort schon mal waren. Außerdem war die ganze Stadt in Dunst und Nieselregen getaucht. Aber der Bummel durch die Altstadt mit Besichtigung der gewaltigen Kathedrale und durch das alte maurische Viertel war auch bei diesem Wetter interessant.

Zum Abschluss in Granada betankten wir noch einmal unsere Wynen - Gasflaschen bei Repsol an der alten Straße nach Malaga (in der Nähe der Ausfahrt 127 der A44) mit Autogas. Diese Gastankstelle ist die letzte europäische auf unserem Weg nach Marokko. Dann ging es weiter nach Malaga. Dort frischten wir unsere Vorräte noch einmal gründlich bei Carrefour auf. 

Hier zeigte sich in der Praxis, dass unser Womo hervorragend gegen Einbruch gesichert ist. Wie wir das feststellen konnten? Naja - man weiß ja, dass Autos auf riesigen unüberschaulichen Supermarktparkplätzen nicht unbedingt ganz sicher vor unliebsamem Besuch sind. Deshalb müssen sie gut gesichert werden. So verbanden wir erst die Fahrerhaustüren von innen mit einer abschließbaren Metallstange, so dass sich die Türen von außen zwar aufschließen, aber nicht öffnen lassen. Außerdem verschlossen wir alle Dachluken und die Wohnraumtür mit dem normalen Schloss und einem zusätzlichen stabilen Sicherheitsschloss, welches wir im Sommer hatten einbauen lassen. Nach Einkauf und Essen kehrten wir mit voll beladenem Einkaufswagen zurück und ....... kamen selbst nicht in unser Wohnmobil!?! Im Nachhinein hat das etwas Komisches, aber uns war schrecklich zumute! Der Schlüssel des Sicherheitsschlosses ließ sich einmal umdrehen, aber beim notwendigen 2. Mal streikte er. Die Wohnraumtür blieb dicht!! Fahrerhaustüren, Dachluken, Fenster - nichts ließ sich von außen öffnen! Bei unserem letzten Wohnmobil konnte man z.B wenigstens die Dachluke von außen aufschrauben. Nach etlichen vergeblichen Versuchen riefen wir den ACE an. Es folgten 3 Stunden unzähliger Anrufe zwischen deutschem und spanischem Autoclub, Pannenhelfern und Schlüsseldiensten. Die Autoclubs bemühten sich redlich, aber langsam wurde es dunkel und wir bibberten, weil unsere dickeren Jacken gut eingeschlossen waren. Als zwei Pannenhhelfer nach langem Überlegen nicht weiter wußten und ein passender Schlüsseldienst nicht erreichbar war, wurde uns empfohlen, vorne ein Seitenfenster einzuschlagen. Die Männer mussten etliche Male mit voller Kraft zuschlagen, so stabil ist so ein Fenster. Durch die Luke konnte dann die Metallstange aufgeschlossen und gelöst werden, so dass sich die Türen öffnen ließen. Da fiel uns der erste Stein vom Herzen. Das Sicherheitsschloss war übrigens gar nicht kaputt, sondern auf der Innenseite hatte sich eine Gummiranddichtung gelöst und den Drehknopf festgesetzt. Nach Entfernung der Dichtung funktionierte das Schloss wieder einwandfrei.

Erschreckend für uns war, dass kein einziger Passant unsere Einbruchbemühungen zur Kenntnis nahm. Sind sie so teilnahmslos oder gar abgebrüht? Das wäre in Nordamerika garantiert nicht passiert. Anschließend fuhren wir hinter einem Pannenhelfer her zur Mercedeswerkstatt von Malaga. Wir waren zwar vom Autoclub angemeldet worden, aber inzwischen war es Abend. Eine Übernachtung in der Gegend war nicht angezeigt (Rotlichtbetriebe), deshalb durften wir auf dem abgeschlossenen Mercedesgelände übernachten. Am nächsten Morgen versuchte man dort zügig, eine passende Scheibe zu erhalten und mittags war alles wieder in Ordnung. Unser Autoclub rief zwischendurch noch dreimal an und erkundigte sich nach den Fortschritten in der Werkstatt. Respekt! Das Ganze kostete uns knapp 100 € , auf jeden Fall preiswerter, als wenn das Schloss zerstört und ersetzt worden wäre. Wir fuhren danach nur noch eine kurze Strecke bis zum Camping Cabopino, 10km vor Marbella, wo wir uns bei einem schönen Strandspaziergang und leckerem Essen von dem Schrecken schnell erholten und insgesamt 3 Tage blieben.

24. - 26. Januar 2009

Am Samstag , den 24. 1. machten wir uns gemütlich auf den Weg nach Algeciras, immer die Mittelmeerküste entlang. Wie schon seit Malaga war auch hier die ganze Küstenregion fast durchgängig bebaut. Das muss im Sommer Trubel pur sein. Den Felsen von Gibraltar konnte man gut erkennen. Wir verzichteten aber auf eine Besichtigung, weil wegen Dunst die Fernsicht von dort eingeschränkt war.

In Algeciras kauften wir bei der 'Agencia de Viajes Normandie' unsere Rückfahrtickets mit einer Schnellfähre nach Ceuta, einer span. Enklave in Marokko, für 230€. Diese Agentur war eine Empfehlung aus dem 'Reisehandbuch Marokko von Edith Kohlbach'. Ausgezeichnete Tipps bieten auch die Bücher 'Marokko von Reise Know-How' und 'Mit dem Wohnmobil nach Marokko vom Womo-Verlag'. Wir möchten auf keines dieser drei Bücher verzichten. Von der o.g. Agentur erhielten wir noch einen Kuchen, eine Flasche Cidre und alle Papiere, die wir für den Grenzübertritt nach Marokko benötigten, die Fahrzeugeinfuhrpapiere sogar schon ausgefüllt. Nebenan bei Carrefour und Lidl konnten wir gut die Vorräte auffrischen und auf dem Parkplatz bei Lidl übernachten. Wir wunderten uns über die vielen Wohnmobile dort. Kein Wunder! Freitag bis Samstag Nachmittag waren die Fähren wegen des starken Windes nicht ausgelaufen. Wir bekamen erst Karten für die 3.Fähre am Sonntag um 9 Uhr. Früher hätten wir aber auch gar nicht fahren wollen.

Die Überfahrt nach Ceuta dauerte nur 45 Min. und obwohl es nicht stark windig war, schaukelte der große, fast leere Katamaran beträchtlich, was wohl auch an der starken Strömung der Straße von Gibraltar liegt. Wohlweislich kamen wir mit fast leerem Tank in Ceuta an, Diesel kostet hier z.Z. wegen der Zollfreiheit nur 0,66€/l. Für den Grenzübertritt nach Marokko sollten nach den Reiseführern mindestens zwei Stunden veranschlagt werden. Wir fanden aber überhaupt keine Warteschlangen vor und wegen der vorhandenen Papiere dauerten PC-Einträge und Abstempelungen von Personal- und Fahrzeugpapieren an zwei verschiedenen Schaltern und anschließende Kontrolle aller Papiere mit Fahrzeug nur 20 Minuten. Glück muss man haben!  Erster Blick auf Afrika   Königspalast in Tetuan Wir fuhren dann Richtung Tetuan nach Süden auf sehr guter Straße bis zum Mittelmeerbadeort Martil und zum dortigen Campingplatz Al Boustane. Der ist ruhig, strandnah und liegt mitten im Ort. So konnten wir noch einen schönen Strandspaziergang machen. Am nächsten Tag stürzten wir uns in den marokkanischen Alltag und fuhren mit dem Sammeltaxi nach Tetuan, ca. 5km für 0,50€ pro P. Diese Taxis, von denen es hier wimmelt, sind ziemlich alte Mercedes Pkws, die sehr preiswert sind, aber auch erst abfahren, wenn sie voll sind. Voll sein bedeutet, dass vorne auf dem Beifahrersitz 2 Personen sitzen und auf der Rückbank oft 4. Das geht, man muss nur seine Knochen hinterher wieder richtig sortieren. Nach der 4. erwachsenen Person hinten kann die Tür nur noch von außen zugeschlagen werden!

 

Tetuan mit den vielen weißen Häusern und dem Gewirr der sehr engen Gassen der Medina (Altstadt) ist einfach umwerfend! Ein Marokkaner erklärte uns Etliches auf Deutsch (ohne uns etwas verkaufen zu wollen oder zu einem Teppichladen zu bringen!) und führte uns in verschiedene Handwerkerecken, die wir allein wohl nicht gesehen hätten. Allerdings mussten wir vorher auch ein paar sogenannte 'falsche Führer' abwimmeln. Aber das sind wir schon von unseren Türkeibesuchen gewöhnt.

27. Januar - 8. Februar 2009

 

Unser nächstes Ziel war Chefchaouen. Vom Campingplatz dort spazierten wir einen sehr steilen Pfad zur Stadt runter. Dieser Ort ist bekannt durch den hellblauen Anstrich vieler Hauswände. Bis 1920 durften Christen die Stadt nicht betreten.

In der nächsten Stadt Quezzane werden viele Textilien hergestellt. Deshalb gibt es in der Medina besonders viele kleine Textilläden und Schneider bei ihrer Arbeit zu sehen.

Abstieg nach ChefchaouenMedina von Chefchaouen Junge Schneider in Quezzane; ihr mit Plakaten geschmückter Laden in der Medina ist nur so groß wie im Foto zu sehen.

Auf der Weiterfahrt nach Fes kamen wir aus dem Rif-Gebirge mit vielen Ölbäumen und Blumenwiesen raus in eine Landschaft mit vielen Weiden und dann Getreidefeldern, eine sehr fruchtbare Landschaft, die im Winter als Winterregengebiet ausreichend Wasser erhält. Die Flussbetten waren gut gefüllt und viele Wege sehr matschig. Auch wir erlebten mitunter tüchtige Regenschauer.

In Fes ging es zum Campingplatz 'Diamant Vert' am Südrand der Stadt inmitten einer Parkanlage. Nach einem Ausruhtag mit warmer Sonne fuhren wir mit einem Taxi zur Altstadt und trauten uns auf Rat unserer Reisebücher auch ohne Führer in das wahnsinnige Gewusel der Medina. Die viele Kilometer langen Gassen sind so schmal, dass Lasten nur mit Handkarren oder Eseln transportiert werden können. Völlig fasziniert hielten wir uns 7 Stunden dort auf und schauten u.a. Teppichwebern, Gerbern, Kupferschmieden, Steinmetzen und Arganölherstellerinnen einer Frauenkooperative bei ihrer Arbeit zu. Dann waren wir einfach erschöpft, weil die Gassen auch ziemliche Steigungen aufweisen, hatten aber nur einen Bruchteil der Medina gesehen.

Gerberviertel ChouwaraHaupttransportmittelPlace en Nejjarintypische Gasse

Auch hier fiel uns wieder auf, dass durchaus einige Leute Englisch oder Deutsch sprechen, aber meistens nur Fremdenführer oder Teppichhändler. Im normalen Alltag ist man ohne Französisch-Grundkenntnisse völlig aufgeschmissen. Neben Arabisch ist Französisch die Zweitsprache der Marokkaner, noch herrührend aus der Kolonialzeit.

Den nächsten Tag goss es mal wieder in Strömen. Übereinstimmend erklärten uns viele Marokkoüberwinterer, dass sie noch nie einen so kalten und nassen Winter in Marokko erlebt hätten. Aber eingedenk der diesjährigen Kälte in Deutschland erschienen uns die Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad tagsüber doch ganz angenehm. Außerdem gab es wenig grauen Himmel, sondern abwechselnd Regen oder Sonnenschein und Regen oft nachts. Erstaunt waren wir über die vielen Überschwemmungen, was man ja irgendwie hier nicht vermutet.

Dann ging es weiter zur nächsten großen Königsstadt Meknes. Hier ließ König Mulay Ismail, damals noch Sultan genannt, um 1700 einen riesigen Palastbezirk bauen. Die Arbeit verrichteten u.a. gefangene Christen, von denen 40000 zusammen mit 20000 Verbrechern in unterirdischen Katakoben gefangen waren. Der Campingplatz von Meknes befindet sich direkt neben dem Palastbezirk, so dass wir alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen konnten. Und natürlich machten wir auch wieder einen Bummel durch die engen Gassen der Medina.

  

Unser nächstes Ziel war Volubilis, gar nicht weit entfernt, aber die Ausfahrt aus Meknes war nicht leicht zu finden. Navis funktionieren in Marokko nicht und es gibt nur sehr wenige Wegweiser. Glücklicherweise stehen überall Polizisten, die sehr nett zu Touristen sind und hilfsbereit Auskunft geben, selbst im dicksten Verkehr. Volubilis war die größte römische Siedlung in Marokko. Sehr sehenswert! Leider hat Mulay Ismail (s.o.) viele Steine von Volubilis für seinen Palastbau abtransportieren lassen.

Olivenhändler in MeknesBasilika von VolubilisMosaikboden in Volubilis (kl. Ausschnitt)

Nach der Besichtigung von Volubilis übernachteten wir in Kenitra. Der dortige Campingplatz hatte sogar benutzbare Sanitäranlagen. Das ist hier eine große Ausnahme. Die Sanitärhäuser sind oft sehr vergammelt. Dafür steht man auf den mar. Campingplätzen sicher und meistens ruhig, oft in Nähe von Sehenswürdigkeiten, die Betreiber sind fast immer freundlich und hilfsbereit, man hat Entsorgung und Wasser, trifft Leute zum Quatschen und bezahlt für Übernachtung und Strom, der allerdings manchmal zusammenbricht, nur zwischen 5 und 10 € pro Nacht.

Nach Zwischenstation in El Jadida am Atlantik, wo wir die Altstadt mit portugiesischer Festung und einer riesigen Zisterne besichtigten, fuhren wir an der Küste entlang südwärts durch weitläufige Gemüseanbaugebiete. Zur Zeit wurden dort Weißkohl, Blumenkohl, Mohrrüben und Tomaten geerntet und u.a. natürlich auch am Straßenrand verkauft, äußerst preiswert für unsere Begriffe. In Oualidia, dem Fischerhafen und Badeort am Atlantik stieg endlich unser Barometer wieder und wir bekamen T-Shirt-Wetter.

9. - 15. Februar 2009

Auch die nächsten Tage verließ uns der blaue Himmel nicht, so dass wir ein paar Tage in Oualidia auf dem Campingplatz nahe am Strand blieben, faulenzten, Fisch frisch vom Fischer kauften usw. Wegen der weiten Entfernung von Deutschland hatten wir jedoch keinen TV-Empfang mehr, aber ein niederländischer Mitcamper wußte Rat. Er stieg uns aufs Dach, schraubte und drehte an einem Teil der automatischen Satellitenschüssel herum und der Tatort hatte uns wieder. Danach fuhren wir die Küstenstraße entlang weiter südwärts nach Safi, mit sehr schönen Ausblicken unterwegs auf den Atlantik. Dabei probierte ich unsere 'garantiert Energie sparende Campingwaschmaschine' aus: Plastiktonne mit verschließbarem Deckel, gefüllt mit warmem Wasser + Waschpulver + dreckigen Jeans, mit Gurt befestigt in der Dusche. Durch die Fahrt wurden die Jeans schon fast sauber geschaukelt und der Rest war ein Kinderspiel.

Große Wäsche in der Medina von Safi Erklärungen vor einem Töpferofen Verkauf fertiger Keramikwaren Safi ist bekannt für seine vielen Töpfer. Zuerst besuchten wir das Keramikmuseum, um uns ein Bild von der heimischen Töpferkunst machen zu können, dann bummelten wir durch das Töpferviertel und schauten Handwerkern bei der Arbeit zu. Na ja,es blieb natürlich nicht aus, dass wir uns Andenken zulegten.

Weiter gings die Küstenstraße nach Süden. In Souira Kedima wollten wir eigentlich nur eine Teepause machen, aber dann entdeckten wir auf dem Dorfplatz an der Atlantikpromenade etliche Wohnmobile, die hier im Winter für 2 € pro Tag stehen durften. Die schöne Umgebung verlockte so sehr, dass wir die kurze Pause auf einen ganzen Tag ausdehnten.

 

Jetzt befinden wir uns in Essaouira, einem der schönsten Orte Marokkos. Ganz offensichtlich ist man hier sehr bemüht und schafft es, alte Stadtmauern, Anlagen, Promaden usw. besser in Ordnung zu halten als in anderen Teilen des Landes. Sogar einigermaßen benutzbare öffentliche Toiletten gibt es. Neben dem sehr sehenswerten Ortsbild mit Fischerhafen, Festung und Stadtmauer ist Essaouira bekannt wegen seiner Holzhandwerker, die aus dem harten Thujaholz u.a. wunderschöne Möbel, Dosen und Schalen mit Intarsien herstellen. Auf dem Campingplatz hier trafen wir zwei Paare aus Pinneberg und Lindau wieder, die wir schon in Safi getroffen hatten. Man schnitt sich gegenseitig die Haare und Madame Hienz wurde mit eingereiht. So ist dies Problem auch für eine Weile gelöst.

Wir hoffen jetzt nur noch, dass wir endlich mal wieder eine Geegenheit haben, die letzten Teile der Homepage ins Netz zu tellen.

16. -24. Februar 2009

Weiter ging es südwärts die Atlantikküste entlang bis 27 km vor Agadir zum Campingplatz Atlantica Parc. Dieser Platz besitzt eine große Badelandschaft, liegt schön, ist mit eur. Standard ausgestattet, gepflegt und man findet dort mehrere kleine Läden und Handwerksbetriebe mit mar. Preisen. Wir haben uns z.B. ein Bild auf unser Womo malen lassen. Der Maler Rachid Nabil hatte u.a. 3 Jahre in Bonn Kunst studiert. Außerdem ließen wir unsere Sitzpolster für nen Appel und nen Ei neu beziehen. Dieser Platz ist so beliebt, dass er im Winter total in französischer und deutscher Hand ist. Das ganze Drumherum war einen längeren Aufenthalt wert, zumal wir die ganze Zeit Sommerwetter hatten, zuletzt nachmittags mit 30 Grad im Schatten. Dabei kommen uns die momentanen Wettervorhersagen für Deutschland besonders schaurig vor.

Rund um Agadir wachsen besonders viele Arganien. Aus den Früchten dieser Bäume wird das wertvolle Arganöl hergestellt, welches einen wunderbaren nussigen Geschmack hat und in Deutschland sehr teuer ist. Auch die Kosmetik daraus hat einen sehr guten Ruf. Ziegen mögen die Früchte so gern, dass sie deshalb in die Bäume klettern.

Berberfrauen bei der ArganölproduktionRachid Nabil beim Bemalen unseres WohnmobilsFischer bringen ihr Boot an Land

Falls gerade jemand vom alten OS-Kollegium unsere Homepage liest, wir wünschen euch viel Vergnügen am nächsten Stammtischabend. Viele Grüße bis zum nächsten Stammtisch im Mai!

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