12. - 18. August 2011

Nachdem wir letztes Jahr in Südtirol hängen geblieben waren, wollten wir nun noch einmal einen Aufbruch nach Griechenland wagen. Ob wir diesmal endlich ohne Hindernisse durchkommen würden?

Der Anfang war vielversprechend. Am Freitag, den 12.8. übernachteten wir auf dem komfortablen Womostellplatz im Neuhäuseler Industriegebiet (ruhig, VE, Strom, 8 €, N 50°22'59''; E 7°42'10''), nur wenige Kilometer von der Buga in Koblenz entfernt. (Gruß an Erika!).

Am nächsten Tag ließ sich endlich in diesem verregneten Sommer mal wieder die Sonne blicken und wir brachen frühzeitig nach Koblenz zur Bundesgartenschau auf. Für Womos gibt es Extraflächen (10 €) in dem Parkplatzgebiet an der ehemaligen Fritsch-Kaserne, Niederberger Höhe 1. Dort standen wir sehr ruhig unweit des Buga-Einganges bei der Festung Ehrenbreitstein. Wem die paar Schritte noch zuviel waren, konnte sogar noch einen Shuttlebus benutzen! Und ehrlich, selbst für eventuelle Gartenmuffel müsste diese Buga ein Erlebnis sein, allein schon wegen der tollen dreiteiligen Anlage um Feste, Deutschem Eck und Schloss. Sehr geschickt gemacht! Ein besonderer Höhepunkt ist dabei die im Buga-Eintrittspreis eingeschlossene Gondelfahrt über den Rhein, mit erschreckend langen Warteschlangen davor, aber wegen der vielen Gondeln und guter Organisation nur relativ kurzer Wartezeit. 9 Stunden verbrachten wir auf der Buga, hatten noch längst nicht alles gesehen, aber dann ging nichts mehr. Wir waren fix und alle und total begeistert!

Der Sonntag brachte wieder Regen und uns viele Kilometer staufreier Fahrt Richtung Süden die Autobahn entlang, an Karlsruhe und Basel vorbei, auf den St. Gotthard - Tunnel zu. Hinter Luzern verinnerlichten wir dann endlich deutlich, dass während der vielen Kilometer seit Koblenz kein bisschen Strom von der Lichtmaschine unsere Wohnraumbatterien erreicht hatte. Gerd überprüfte Sicherungen und Batterien, fand aber keine Macke. Nicht schon wieder! Sollte es wieder mit der Fähre nicht klappen? Kurzerhand fuhren wir zurück nach Deutschland zum nächsten LMC/TEC-Händler nach Steinen bei Lörrach und übernachteten in der Nähe der Werkstatt. Am nächsten Morgen erklärte mir dann der Chef, sein Betrieb habe offen, er mache nie Urlaub. So schilderte ich ausführlich unser Problem, worauf ich dann nur zu hören bekam, die Werkstatt habe aber Betriebsurlaub. Auf meine Frage, warum denn kein Schild mit 'Werkstatturlaub' etc. ausgehängt wäre, dann wären wir gleich weitergefahren, kam die recht bissige Antwort, das täte er nie und wäre auch nicht verpflichtet dazu. Soviel zum Thema Kundendienst!

Inzwischen sahen wir unseren Fährtermin in Bari/Süditalien langsam schwinden. Jetzt war die Firma Hentrich in Bad Krozingen - Biengen, mit der wir im Frühjahr während unserer Spanienfahrt schon so gute Erfahrungen gemacht hatten, unsere letzte Hoffnung. Der Seniorchef hörte aufmerksam zu und meinte, leider sei sein Elektrofachmann in Urlaub, aber der Herr Sommer von 2&4 Rad Technik in

Bad Krozingen würde uns ganz sicher helfen können. Und er meldete uns gleich telefonisch dort an. Herr Sommer untersuchte den Wagen sehr gründlich und erklärte uns alles mit Schaltbild sehr ausführlich. Ergebnis: die Lichtmaschine lieferte nicht mehr volle Leistung, so dass nicht mehr genug Energie bei den Batterien überkam. Eine neue Lichtmaschine musste her und kam dann per Nachtexpress von Bosch am frühen Dienstag. Wir konnten auf dem Werkstatthof übernachten mit Strom und Wasser. Herr Hentrich kam sogar zwischendurch und überzeugte sich, dass uns geholfen wurde. Dank guter Vorbereitung ging dann der Einbau ganz fix und wir düsten ab in Richtung Süditalien. Inzwischen kennen wir Bad Krozingen schon ganz gut und werden die beiden Betriebe in guter Erinnerung behalten. Solcher Service ist wirklich empfehlenswert.

In Norditalien passierte das nächste Ärgernis: unser Navi gab endgültig den Geist auf. Natürlich sind wir noch des Kartenlesens mächtig, da wir aber viele Stellplatzdaten mit GPS-Angaben haben und ohne genaue Adressen, traf uns das schon bitter. Wir übernachteten in Castel Bolognese kurz vor Faenza auf dem kostenlosen kommunalen Stellplatz (ruhig,VE, Freibad) beim Sportzentrum und wälzten Argumente. Als Ergebnis besuchten wir am nächsten Morgen das große Einkaufszentrum an der A14, Ausfahrt von Faenza, konnten zwischen allen gängigen Navis auswählen und schlugen zu. Und jetzt sind wir ganz glücklich mit einem Gerät, das endlich auch Größe und Gewicht des Womos berücksichtigt.

Die weitere Fahrt verlief dann ohne Zwischenfälle und wir übernachteten zusammen mit etlichen anderen Wohnmobilen auf dem Stellplatz in Petacciato südlich von Vasto auf einem Parkplatz direkt am feinen Strand (N 42036100; E 14.853200). Für einen Urlaub wäre es uns hier tagsüber zu unruhig und das Stehen auf Asphalt ist auch nicht angenehm, aber für einen Kurzaufenthalt ist der Platz ideal. wir hatten Glück und bekamen den letzten freien Platz. So konnte ich am nächsten Morgen schon vor dem Frühstück schwimmen gehen. Herrlich!

Inzwischen sind wir in Bari auf der Fähre Superfast I gelandet. Die ist etwas kleiner als die Superfast-Fähren ab Ancona, aber ganz angenehm mit Strom und Dusche für die Camper. Schrecklich finden wir, dass auf unserem Deck 3 LKWs mit lebenden Küken stehen. Die unzähligen Kartons mit den Küken hat man jetzt über Nacht aus den Lkws geholt und auf Deck gestapelt, wohl damit die Tiere mehr Luft bekommen. Da kommen bei dieser Hitze bestimmt etliche in den Hühnerhimmel. Die Armen! Man mag gar nicht hingucken.

Kartons mit lebenden Küken

19. - 29. August 2011

Überpünktlich legte die Fähre um 6 Uhr morgens im nachtdunklen und stillen Igoumenitsa an. Schlaftrunken hatten wir nur den dringenden Wunsch, möglichst schnell einen Schlafplatz zu finden. Ein glücklicher Zufall half uns mitten in der Stadt eine jetzt zu Parkplätzen umfunktionierte Fläche am Kai vom alten Fährhafen zu finden (N 39°30.016'; E 20°15.772'. Nachts ist hier alles frei, aber als wir nach tiefem Schlaf aufwachten, stellen wir erstaunt fest, dass auch das kleinste Plätzchen besetzt war. Nichts hatten wir gehört und selig ausgeschlafen. Gerd nutzte die Gelegenheit und kaufte bei Wind einen Internetstick mit Karte für einen Monat für knapp 35 €, so dass wir jetzt öfter ins Internet kommen können. Mal sehen, wie es klappt.

Anschließend fuhren wir nach Süden nach Plataria und dann auf der Küstenstraße hinter Sivota zum Camping Sofas. Ein kleiner, etwas chaotischer Platz mit netten Besitzern und schöner Lage an eigener Kieselstrandbucht. Eigentlich war der Platz voll, aber Neuankömmlinge wurden irgendwie dazwischengequetscht. 3Tage blieben wir unnd fühlten uns wohl.

Die Küstenstraße mit sehr schöner Umgebung, an Parga (zuviel Trubel) vorbei, hatten wir als nächsten Stopp Ammoudia anvisiert. Dort fanden wir einen Traumstellplatz auf der Mole zwischen Acheron- Mündung und Sandstrand (N 39°14.177'; E 20°28.781'), mit Strandduschen und nahen Geschäften. Hier und auch im nahen Wäldchen wimmelte es von Reisemobilen (fast alles Italiener) Unverständlich, warum die Gemeinde keine Standgebühr kassiert, könnte sie doch sicher gut gebrauchen. Auch hier blieben wir wieder 3 Tage und hielten uns bei dem griechischen Hochsommerwetter (bis 38° im Schatten) viel im Wasser auf.

Aber wir wollten ja noch mehr von Griechenland sehen. Den nächste Stopp machten wir wenige Kilometer südlich am Strand Lygia Beach (N 39°09.404'; E 20°33.800'). Diese etwas abseitige, ruhige Bucht mit wenig Betrieb fanden wir schon bei früheren Griechenlandaufenthalten sehr schön und jetzt nicht minder. Und zum Wohlbefinden trug auch die einzige Taverne bei.

Leider wurde es nicht kühler und für das Wochenende sollte es weiter heiß bleiben. Da wir in Lygia keinen Schatten hatten, suchten wir einen Campingplatz mit Bäumen. Den fanden wir ca. 4 km vor Preveza, Camping Kalamitsi Beach: ruhig, sauber, 23 €, Trampelpfad zum nahen Strand, schattig, gute Sanitärs, sehr schöner Pool mit Liegen, Restaurant, Wlan, N 38°58'26''; E 20°42'58''. Das passte! Hier konnten wir gut das heiße Wochenende verbringen.

30. August - 7. September 2011

Anschließend beschlossen wir, mal wieder die Insel Lefkada zu besuchen, leicht zu bewältigen, weil sie durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Zuerst fuhren wir den brandneuen Womostellplatz in Lefkada- Stadt an, vollausgestattet mit VE, WC, Duschen, Strom, Wlan (15 €). Leider gibt es keinen Schatten und zum Strand ist's zu Fuß zu weit. Aber für einen Stadtbummel liegt der Platz ideal und das haben wir ausgenutzt. Die Stadt gefällt uns immer noch sehr gut.

Am nächsten Tag fuhren wir die lefkadische Küste entlang weiter nach Süden nach Vlicho zum Camping Desimi Bay: N 38°40'21; E 20°42'38, ordentliche Sanitäranlagen, schmaler Kiesstrand, viele Boote im Wasser, sehr nette Besitzer, viel Deutsche, Wlan, 20 €. 3 Tage faulenzten wir, schwammen wie bisher sehr viel und nahmen an einem netten griechischen Abend teil mit gemeinsamem Essen, Musik und Volkstanzgruppe. Machte Spaß!

Dann sehnten wir uns aber nach etwas mehr Ruhe und Platz. Das fanden wir im Süden in Vasiliki direkt am Strand hinter dem Campingplatz. (N 38°37.798'; E 20°36.228 ) Niederländer versicherten uns , man könne dort in der Nebensaison trotz Verbotsschilder unbesorgt stehen. Das lässt man sich nicht zweimal sagen, bei dem traumhaften Blick auf die Bucht.

Außerdem ist der Weg zur Ortsmitte nicht weit und es gab in einer Taverne am Kai ein hervorragendes Kaninchen-Stifado. Den nächsten Stopp hatten wir für Kathisma Beach im Westen der Insel geplant. Wir hatten so schöne Erinnerungen an diese Bucht, viel, viel Platz, ein netter Tavernenbesitzer... Und nun?? Alles zugebaut mit Tavernen und Hotels. Schrecklich! Fluchtartig verließen wir diesen Rummel und verbrachten den Rest des Tages an der Lagune bei Lefkada- Stadt. Die Straße durch die Gebirgswelt im Westen Lefkadas ist echt eine Fahrt wert, viele Steigungen, Kurven, enge Ortsdurchfahrten, tolle Aussichten! Der Stellplatz in der Stadt war nun total geschlossen. Weshalb, haben wir nicht herausbekommen.

Der nächste Tag brachte unsere bisher schönste Stecke über Plagia und Steno nach Pogonia, eine Mini-Nebenstraße durchs Gebirge, sehr schmal mit starken Steigungen und vielen unübersichtlichen Kurven. Deshalb begegnete uns in einer Stunde auch kein anderes Auto, so dass wir die Freude an der romantischen Umgebung ganz für uns allein hatten. Unterwegs fuhren wir durch das Dorf Alt-Plagia, welches nach dem Erdbeben 1971 verlassen wurde. Die Bevölkerung besteht jetzt aus Kühen und Ziegen, die kühlenden Schatten zwischen den Ruinen suchen.

Und jetzt stehen wir neben Pogonia in der Páleros Bucht auf einer Wiese am weitläufigen Strand sehr ruhig mit viel Platz. Die Wassertemperatur beträgt immer noch 27°C, sehr angenehm, aber immer noch erfrischend, weil die Lufttemperatur ja noch etliches höher ist. Und heute, am 7.9., regnete es tatsächlich etwas wegen eines Gewitterausläufers. Nach über 3 Wochen Hitze war uns das durchaus willkommen!Páleros Bucht 

8. - 16. September 2011

Weiter ging es bei allerschönstem Badewetter über Mitikas (Camping Ionion mit zu vielen Dauercampern ) Richtung Patras. Bis Astakos erfreute uns wieder eine landschaftlich sehr schöne Strecke mit reizvollen Blicken aufs Meer und gut ausgebauter Straße. Danach begann wieder der griechische Schlendrian mit Unmengen von Müll an den Straßenrändern. Zwischen Andirio und Rio überquerten wir zügig auf der relativ neuen, imposanten Golfbrücke den Golf von Korinth und waren froh, nicht mehr auf die frühere Fährprozedur angewiesen zu sein.

Nun endlich auf dem Peleponnes angekommen, übernachteten wir auf unserer Weiterfahrt die Golfküste entlang nach Osten am Strand von Valimitika. Aber nur wenige Kilometer weiter am Strand von Diakofto ( N 38°12'9.8''; E 22°11'25.7'') gefiel es uns anschließend viel besser. Von hier aus wanderten wir durch Zitrusfruchtgärten zum Bahnhof und fuhren mit der kleinen Zahnradbahn durch die wildromantische Vouraikos-Schlucht hoch nach Kalavryta. (Rückfahrticket für 2 P einschließlich Platzvorreservierung rund 35 € ). Das ist ein Erlebnis, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Zum Glück hatten wir auch fantastisches Wetter, so dass wir die herrliche Aussicht und den Runterblick in die steile Schlucht des Vouraikos voll auskosten konnten.

Schon wieder ein Strandbild! Man möge uns verzeihen, aber diese Fotos sollen ja auch unserer persönlichen Erinnerung dienen Abschreckendes Beispiel: Italiener befestigten Schlauch an der einzigen Stranddusche und wuschen das Auto. Kein Wunder, wenn dann Womos verjagt werden!

Leider reichte unsere Zeit in Kalavryta nicht für einen Besuch des Museums, was wir sehr bedauerten. Hier sieht man Zeugnisse des Massakers vom 13.12.1943, als deutsche Soldaten über 1300 männl. Einwohner brutal erschossen, wohl aus Rache wegen eines Partisanenangriffes. Nach dem Krieg erfolgte keine Wiedergutmachung. Lediglich ein paar Waisen erhielten eine Berufsausbildung in Deutschland. Kein Wunder, dass in dieser Gegend auch negativ über Deutschland gedacht wird. Besonders in der momentanen Krise kommt das wieder hoch und manchmal auch Extremes. So gab es in einem Geschäft eine Unterschriftenaktion mit dem Inhalt, dass Deutschland alle griechischen Schulden bezahlen sollte. Eine äußerst abstruse Verquickung!! Ist doch durchaus auch den Griechen bekannt, wieviel Steuern hier hinterzogen werden.

Kalavryta ist ein schnuckeliger Ort, aber angesichts der Geschichte fühlten wir uns dort nicht sehr wohl.

Inschrift der Skulptur beim Museum: Im Krieg gibt es keine Sieger.

Wie wahr!

Am nächsten Tag machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Osten und machten wieder mal Pause in Korinthos. Diesmal sahen wir sogar ein Schiff im Kanal von Korinth, der den Peleponnes vom griechischen Festland trennt. Unser Tagesziel war der kleine Ort Palea Epidauros. Dort blieben wir 5 Tage auf dem Campingplatz Nikolas I, der uns ganz gut gefiel, besonders, weil wir direkt am Meer stehen konnten. Nur die Taverne war viel zu teuer. Der Ortskern selbst ist ganz hübsch und vom Campingplatz aus schnell zu erreichen.

17. - 28. September 2011

Anschließend zog es uns zum uns schon bekannten, ca. 14 km entfernten, großen Theater von Epidaurus. Dieses Theater gehört zur Kultstätte des Apollonsohnes und Heilgottes Asklepios ((Äskulap ) und ist das besterhaltene in Griechenland. Noch heute finden dort 15000 Zuschauer Platz.Es macht richtig Spaß zu beobachten, wie sehr die Atmosphäre dieses Bauwerks die Besucher beeindruckt. und natürlich musste die sagenhafte Akkustik überprüft werden, ob von kichernden Japanerinnen oder einer deutschen Abiturklasse. Erst im letzten Jahr wurde festgestellt, dass die Akkustik dort besser ist als in der Mailänder Scala. Jeden Sommer werden hier noch Schauspiele aufgeführt, leider aber nicht mehr im September. Auf dem riesigen Parkplatz stehen auch immer nachts Womos.

Unser nächstes Ziel war Nafplio, wo wir eine Nacht wieder im Hafen und 2 Tage am schönen Badestrand Karathona ( Sandstrand, Dusche, Schatten, N 37°32'37.6''; E 22°49'22.9 ) verbrachten. Dort standen Niederländer aus Oldenzaal neben uns. Klein ist die Welt! Nafplio (Nauplia) ist uns immer eine Pause wert. Es lässt sich dort herrlich bummeln und auch gut essen, s. auch Reisebericht von 2009. So kam Gerd auch zu einem leckeren Geburtstagsessen in der Taverne Kosta.

Die Weiterfahrt führte uns über Astros nach Agios Andreas (N 37°22'18.4"; E 22°46'59.8), wo wir mit toller Aussicht zwischen Hafen und Kiesstrand übernachten konnten. Kaum waren wir ausgestiegen, winkte uns aufgeregt ein Mann aus dem Wasser zu. Es war der Niederländer Ype (Schreibung?), den wir mit seiner Frau Corinne in Marokko getroffen hatten und der auch mitbekommen hatte, wie Marcus das Womo aus Tata abholte, weil Gerd im Krankenhaus in Agadir gelandet war ( s. Marokko 2010 ). Das war ein nettes Wiedersehen! Inzwischen hatten wir auch zwei Tage wechselhaftes Wetter und Gewitter erlebt, wobei die Abkühlung durchaus willkommen war. Danach schien wieder die Sonne ohne Unterlass, es war immer noch sehr warm, aber nicht mehr so heiß wie vorher.

Die nächste Strecke weiter nach Süden bis Leonidi führte weitgehend direkt an der Küste lang, wie üblich wieder mit vielen, vielen Kurven. Schade ist dann immer, dass nur der Beifahrer die herrlichen Ausblicke voll genießen kann.

Übernachtung in Agios AndreasAusblick unterwegs

Plaka ist der Badevorort von Leonidi und besitzt einen der wenigen offiziellen Reisemobilstellplätze ( N 37°8'53.7; E 22°53'34.1, sehr freundliche Leute, VE, Waschmaschine, Dusche, beim Strand, ohne Strom 5 € ). Leonidi erkundeten wir mit dem Fahrrad, was hier sehr gut ging, weil der Ort in der breiten Schwemmlandmündung des Dafnon liegt. Und wie überall auf dem sehr gebirgigen Peleponnes wird auch bei dieser Schwemmlandmündung möglichst jedes Fitzelchen Boden für Gemüse- und Obstanbau benutzt. Die lange, sehr enge und verwinkelte Ortsdurchfahrt durch Leonidi ist gleichzeitig Hauptgeschäftsstraße. Gegenverkehr geht nicht, einer muss ausweichen. Im Womoreiseführer von Schulz wird dieses Städtchen als 'Hohe Schule' der Womofahrer beschrieben. Zum Glück gibt es heute eine Umgehungsstraße.

Auf der Weiterfahrt Richtung Gýthion besichtigten wir das Nonnenkloster Elonis, das von weitem in der schroffen Felswand zu kleben scheint. Ebenso spektakulär ist der Blick vom Kloster hinunter ins Tal.

Die Straße windet sich weiter durch wunderschöne Umgebung und mit unzähligen Kurven durch das Gebirgsdorf Kosmas nach Skala. Dort in der Nähe blieben wir 2 Tage am flachen Sandstrand von Asteria zusammen mit ein paar anderen deutschen Campern, die wohl alle genau ihr Schulz-Buch gelesen hatten. Uns gefiel es sehr gut dort: angenehmer Strand, Dusche und sehr ruhig.

Nun war aber mal wieder große Wäsche notwendig. Die erledigten wir auf dem Campingplatz Gythion Bay bei Gýthion. Dort gibt es viel Platz, einen großen Sandstrand und superklares Wasser (wie bisher überall). Außerdem kann man nebenan in der Strandtaverne Takis gut essen.

Inzwischen trifft man hier vermehrt Deutsche. Die italienischen Sommerurlauber sind fort und deutsche Herbstflüchter angereist. So ist es wesentlich ruhiger geworden und es kommt zu vielen netten Gesprächen.

Am 29.9. fahren wir weiter und wollen die Halbinsel Mani umrunden. Darauf freuen wir uns sehr, weil man immer von der fantastischen Landschaft dort hört und liest.

'Wrack-Bucht' östlich von Gýthion mit WohnmobilenEines der vielen Gebetshäuschen an Straßenrändern zur Erinnerung an tragische Verkehrsunfälle oder als Dank für glücklich ausgegangene Unfälle

29. September - 8. Oktober 2011

Nun folgte das landschaftliche Highlight unserer diesjährigen Griechenlandtour: die Umrundung der Halbinsel Mani. Die Strecke diesmal noch etwas mehr rauf und runter und kurvig, aber gut mit dem Womo zu schaffen. Hauptargument und Selbstberuhigung vor solchen schmalen, gewundenen Straßen: Wo Lieferwagen und Busse durchkommen, schaffen wir es auch! Die Umgebung ist so einmalig und faszinierend, dass wir am liebsten dauernd zum Schauen und Fotografieren gehalten hätten. Die Ostküste steigt relativ steil, schroff und kahl an bis 1214 m. Auf Vorsprüngen oder Felsnasen befinden sich erstaunlich viele kleine Dörfer mit den typischen Wohntürmen. Sie dienten den Manioten, Nachfahren der Spartaner, die früher für blutige Fehden bekannt waren, ab dem 17. Jht. nicht nur als Wohnung, sondern auch als Fluchtburgen und Verteidigungsanlagen. Da diese karge Felslandschaft außer Ziegen- und Schafzucht kaum Einkommensmöglichkeiten bietet, sind die Dörfer heute zum großen Teil verlassen und teilweise verfallen.

Die Orte Lagiá und Vathiá sind besonders sehenswert. Hier leben zwar auch nur noch wenige Einwohner, weil junge Menschen hier keine berufliche Zukunft sehen, aber es wurden einige Wohnburgen restauriert.

An der nördlichen Westküste der Mani steigt das Gebirge nicht so steil an, so dass Platz für Landwirtschaft bleibt. So ist das dortige Olivenöl berühmt wegen der guten Qualität.

Am späten Nachmittag besichtigten wir bei Pirgos Diroú die Vlycháda- Höhle. Den größten Teil der Höhle durchgleitet man fast geräuschlos per Boot, muss nur öfter mal den Kopf einziehen, weil die bizarren Tropfsteine so weit herunter hängen. Da wir an diesem Tag die letzten Besucher waren, hatten wir das Glück, ein Boot für uns allein zu bekommen und somit total freie Sicht. Wir haben schon so viel Höhlen besichtigt, aber diese ist eine der allerschönsten! Ein unvergessliches Erlebnis!

Die Nacht wollten wir in Sichtweite vom Höhleneingang an dem sogenannten Sauriereier-Strand ( N 36°38'25.4''; E 22°22'59.1'' ) verbringen. Woher der Name kommt? Das Foto unten sagt alles!

Dort trauten wir unseren Augen nicht: ein anderes Womo mit NOH ! Das waren die Niederländer Joss und Corinne (s.u.) aus Borne, die schon seit mehreren Jahren in der Niedergrafschaft wohnen.

Weiter ging es nach Areópolis, dem kleinen Hauptort der Mani. Ein Bummel dort lohnt immer und sei es, um sich von Essensdüften verlocken zu lassen.

In Stoúpa verbrachten wir die nächste Nacht. Der Campingplatz liegt zu weit vom feinen Sandstrand entfernt, aber der hübsche quirlige Ort selbst gefiel uns gut, leider auch vielen deutschen und englischen Pauschaltouristen. Zum Glück gibt es aber keine Bettenburgen.

Am nächsten Tag zog es uns wieder ans Wasser. Bei Messini, westlich von Kalamata, fuhren wir zum Strand Paralia Boukas Ag. Konstantinos (N 37°0'52.5''; E 21°59'52.9'' ) . Auch dort waren wir nicht allein und hatten nette Nachbarn.....Joss und Corinne! Das war lustig. Mal sehen, wie oft wir uns noch zufällig treffen! Der Peleponnes ist ja nicht so groß und Richtung Patras zur Fähre wollen fast alle mitteleuropäischen Camper. Der Stellplatz war so ganz nach unserem Geschmack mit WC, Trinkwasser und Stranddusche.

Nach dem Bade- und Sonnenwochenende mussten wir am Montag in Kalamata Gas tanken. Das ging ganz unproblematisch und zügig bei Petrogaz am westlichen Ortsrand ( N 37°1'48.4''; E 22°4'33.2'' ).

Nun hatten wir Messinien erreicht, den westlichen Finger des Peleponnes, wo es für uns noch viel zu sehen gab. 1. Ziel war Koróni mit der eindrucksvollen Festung und in der Mittagshitze schweißtreibendem Aufstieg. Was tut man nicht alles für schöne Aussicht und etwas Kultur. Von der riesigen Festung sind nur noch Reste erhalten, aber man hat einen herrlichen Blick runter auf den Ort und das Meer. Außerdem befindet sich in den Mauern der Zitadelle ein Frauenkloster, dessen Kirche und Gärten eine Besichtigung lohnen.

Anschließend war wieder dringend Abkühlung im Meer angesagt, was wir auf dem Campingplatz Anemomilas in Finikounda fanden. Sehr schöner Strand, glasklares Wasser, wie bisher immer, und nur ein kurzer Fußweg zum reizvollen Ortskern von Finikounda. Was will man mehr! Dazu konnte man nebenan in der Taverne von Nikos gut essen. Dieser CP war gut belegt mit vielen Stammgästen und Familien, weil gerade in der Schweiz Herbstferien waren. Die anderen Campingplätze (Thines und Loutsa z.B.) machten aber auch einen guten Eindruck und waren nicht so voll. Hier könnte man es auch länger aushalten.

Danach standen wieder ''alte Steine'' auf unserem Plan, die Festung von Methoni: eine gewaltige Anlage mit einem Damm, der zum eindrucksvollen Bourzi-Turm hinüberführt. Ein beliebtes Fotomotiv!

Festung Methoni, im 12. Jht. von Venezianern zum Schutz und Kampf gegen Piraten gebaut, später als Stützpunkt und Versorgungshafen benutzt für Pilger, die in das Heilige Land zogen. 1500 eroberten dieTürken die Festung und blieben dort über 300 Jahre. Bei Pylos landeten wir an der geschichtsträchtigen Bucht von Navarino. Hier besiegten 1827 die Alliierten England, Frankreich und Russland in einer blutigen Seeschlacht die weitaus zahlenmäßig überlegene türkische und ägyptische Armada. Damit wurde die Unabhängigkeit Griechenlands eingeleitet.

Am Rande der Bucht bezogen wir auf dem Campingplatz Erodios in Gialova Quartier. Dieser super ausgestattete Platz (N 36°57'10.1''; E 21°41'45.3'') am schönen Sandstrand mit gutem Restaurant war bislang für uns der beste in Griechenland. Außerdem befindet sich direkt daneben das Naturschutzgebiet der Lagune von Gialova, wo man in der Nähe einer kleinen Vogelschutzwarte gut Vögel beobachten kann, u.a. Flamingos und Eisvögel.

Natürlich kam auch das Schwimmen nicht zu kurz, betrug doch die Wassertemperatur am 6. Okt. noch 25°C. Leider erreichte uns dann ein Tiefdruckgebiet mit häufigeren Regenschauern. Naja, bisher war das Wetter ja auch außerordentlich warm und sonnig gewesen.

9. - 19. Oktober

Dann zog es uns ganz in der Nähe zur Bucht von Voidokilia, besser bekannt als Ochsenbauchbucht, eine wunderschöne Bucht mit nur engem Ausgang zwischen Felsen zum Meer. Das Nieselwetter lud nicht zum Baden ein, aber schon der Spaziergang an der Bucht und an der Lagune von Gialova nebenan machte Spaß! Die ganze Umgebung ist Naturschutzgebiet, deshalb fuhren wir zum Übernachten nach Romanos zur Glifadaki- Beach (N 36° 59' 16.5''; E 21°38'57.5''). Beach - ist schon verrückt, auch hier nehmen Anglizismen zu.

Unser nächstes Ziel war der Strand von Elea (N 37°21'59''; E 21°41'59''), Camping-Europa, wie ein Nachbarcamper meinte,weil dort immer etliche Wohnmobile und Zelte aus ganz Europa zwischen den Bäumen hinter dem Strand stehen. Die Gemeinde hat sogar zwei Wasserhähne für die Wildcamper legen lassen. Einige Griechen haben sich hier auf Dauer eingerichtet, mit Kieseln Terrassen gelegt und kommen in der Nachsaison aber nur am Wochenende. Hier ist so viel Platz, dass man allein in der Botanik stehen kann. Wir lieben aber gelegentliche Gespräche und Erfahrungsaustausch mit anderen Womofahrern. Und in der nahen Taverne lässt es sich gut essen. Da die Sonne uns inzwischen wieder verwöhnte, war auch wieder Baden angesagt und Lesestunden am riesigen Sandstrand. Und weil's denn so schön war, blieben wir 3 Tage.

In Zaharo gibt es sogar einen offiziellen Wohnmobilstellplatz, den wir wir uns mal anschauen wollten. Der Platz mit großzügigen Stellflächen liegt direkt hinter dem langen Sandstrand und hat VE und Dusche. Die kleine Sanitäranlage ist aber total verlottert und verdreckt. Dafür sind die verlangten 10 € im Vergleich zu gr. Campingplätzen zu viel. Es gibt keinerlei Strom mehr, auch nicht gegen zusätzliche Gebühr. Offensichtlich war dem verbitterten, von seiner Frau verlassenen Platzbesitzer der Strom abgeklemmt worden.

Und weiter ging es nach Norden. Über Pirgos landeten wir im Hafen von Katakolon. Es goss in Strömen und nachts gab es ein Dauergewitter. Da war Sightseeing direkt aus dem Womofenster angesagt. Dafür war der Hafenparkplatz in Katakolon erste Adresse mit direktem Blick auf große Kreuzfahrtschiffe. Von hier aus werden die Passagiere mit Bussen nach Olympia gekarrt. Der kleine Ort besteht im Wesentlichen aus einer Zeile etlicher Tavernen am Hafen und einer dahinter liegenden Einkaufsstraße, mit Sachen, die wahrscheinlich kein Einwohner brauchen und kaufen würde: u.a.sehr teure Mode, Pelze und hochwertige Uhren, alles zugeschnitten auf zahlungskräftige Kreuzfahrer. In einer Regenpause wagten wir einen Bummel. Witzig und folgerichtig: so bald die Passagiere wieder auf dem Schiff sind, werden sofort alle Bürgersteige hochgeklappt, bzw. die Geschäfte geschlossen.

Die nächsten Tage verbrachten wir in Palouki auf dem Camping Paradise am langen Sandstrand. Er hat viele Stellflächen mit direktem Blick aufs Wasser und nicht zu viel Schatten durch dichten Baumbewuchs, wie der benachbarte CP. Um diese Jahreszeit freut man sich über die Sonne und ist an den länger werdenden Abenden froh, auch mal Fernsehempfang zu haben. Die Sanitäranlagen sind eher schlicht, aber ausreichend. Auch auf diesem Platz (20 €) gab es - wie auch auf den anderen besuchten griechischen Campingplätzen - WLAN kostenlos! Wenn man da an die horrenden WLAN- Preise auf spanischen CP denkt... Hier luden wir mal wieder unsere Fahrräder ab und fuhren u.a nach Amaliada zum Einkaufen. LIDL ist überall!

Im Moment findet in Griechenland der große Generalstreik statt. Athen ist wohl am meisten betroffen. Hier kriegen wir nicht viel mit, das meiste hören und sehen wir nur in den deutschen Fernsehnachrichten. So langsam kommt alles näher. Heute fuhr die Fähre unserer Nachbarn nicht, die nächste Passage konnten sie erst für 3 Tage später buchen! Naja, als Rentner sieht man das wesentlich gelassener!

Unsere Tour neigt sich jetzt dem Ende zu. Am 28. Oktober geht unsere Fähre ab Patras nach Ancona. Nach Plan .............oder eben auch nicht. Warten wir's ab.

20. - 28. Oktober 2011

Die nächsten Tage verbrachten wir in Skafidia zwischen Badebucht und kleinem Hafen ( N 37°42'0'': E 21°19'2.5''). Zwar badeten wir auch, aber Hauptgrund war ein Besuch bei Stasi und Heidi, die wir vor 2 Jahren kennen gelernt hatten. Da wir keine Telefonnummer oder genaue Anschrift hatten, konnten wir uns auch nicht vorher anmelden. Aber kaum waren wir auf dem Parkplatz, kam Stasi vorgefahren. Er macht wahrscheinlich jeden Tag mal eben seine Runde dort vorbei. Prompt wurden wir zu ihm zum Kaffee eingeladen. Stasi als Grieche, der in Deutschland studiert und dort gearbeitet hat, und seine deutsche Frau Heidi waren für uns die idealen Ansprechpartner in Bezug auf die aktuelle politische Lage in Griechenland. Wir hatten ja viel in den Medien gehört und gelesen und erhofften uns eigentlich, nun zu hören, dass die Situation doch nicht ganz so schlimm sei. Aber im Gegenteil. Es hörte sich teilweise noch viel ernster an. Kurz und bündig: riesiger Beamtenapparat, aber äußerst ineffektiv, Behördengänge als Tortur, Filz, Schmiergelder usw., usw. Ein Zahnarzt verlangt für 2 Min. Arbeit mal eben 50 € bar auf die Hand, wofür ein deutscher Zahnarzt (auf Nachfrage) 18,50 € von der Kasse bekommen hätte. Steuerhinterziehung scheint völlig normal zu sein. Auf fast allen Campingplätzen und in vielen Tavernen erhielten wir keine Rechnungen. Fast alles wird bar bezahlt und sicher auch an der Steuer vorbei. In der wöchentlich erscheinenden deutschsprachigen Griechenland Zeitung wurde berichtet, dass man nun begonnen hat, die Rentner zu überprüfen. Normalerweise bringt der Postbote das Geld und es wird sich nicht weiter gekümmert. Von einer großen Rentenkasse wurden nun die 800 000 Rentenempfänger aufgefordert, persönlich zu erscheinen. 80 000 meldeten sich nicht und erhalten ab sofort kein Geld mehr! Da haben Postboten für Nichthinsehen sicher auch manches zuverdient. In einer großen deutschen Wochenzeitschrift stand, wenn alle Griechen, die über 100 000 € 'tatsächliches' Jahreseinkommen haben, dieses richtig versteuern würden, wäre GR aus dem Schneider. Wie soll das enden, wenn so viele Griechen nicht ihren Pflichtteil beitragen? Aber die Regierung packt das nicht und sollte sie tatsächlich in die Gänge kommen, ist das Geld doch längst im Ausland. Arm dran sind die Geringverdiener: Lohnabzüge, hohe Mehrwertsteuer (bis 23% z.Z.), starke Treibstofferhöhung, Rentenkürzungen etc. Wen wunderts, dass die dann auf die Straße gehen.

Unsere lebhaften Gespräche setzten wir am nächsten Tag bei einem Frühschoppen mit Wein und leckerem Vorspeisenteller fort und hätten sicher noch stundenlang weiterreden können. Am Samstag fuhren wir dann mit Heidi zu dem großen Wochenmarkt nach Amaliada. Sie kannte sich dort hervorragend aus und konnte uns so manchen Schnäppchentipp geben. Z.B. sollte man sich dort unbedingt die Wühltische ansehen. Wenn man Glück hat, findet man dort Markenware, die die Händler als Reststücke aufgekauft haben, für nur wenige Euro. Nach Erfahrung von Heidi, die glatt als Griechin durchgeht, wird auf griechischen Märkten von Ausländern nicht mehr verlangt als von Griechen. Gut zu wissen! So ein Gedankenaustausch mit Einheimischen bringt doch was.

Inzwischen dauerte der Fährstreik an, so dass auch die oben genannten Umbuchungen nichts nützen. Das Wochenende verbrachten wir in Vartholomio an der Thines Beach (N 37°49'13.4''; E 21°11'55.9''). Die 2 Tavernen dort hatten leider schon geschlossen, wie um diese Jahreszeit fast alle Strandtavernen, aber die Dusche am feinen Strand funktionierte noch. Dort trafen wir 4 Wohnmobile, deren Besatzungen vom Streik betroffen waren, darunter auch 2 berufstätige Ehepaare, deren Urlaub abgelaufen war und die nun auf heißen Kohlen saßen. Wir hörten u.a. von anderen Campern, deren Saisonkennzeichen ablief oder die Mietmobile nicht rechtzeitig abgeben konnten.

Unsere letzte Station vor der Abfahrt war der herrliche Strand bei Kastro. Hier genossen wir noch einmal Sonne, Wärme und das jetzt noch 22°C warme Wasser.

Glücklicherweise hörte der Streik nach einer Woche auf, aber es gab einen gewaltigen Stau von nun wartenden Campern, so dass einige nochmals bis zu 6 Tage warten mussten. Unsere reguläre Buchung war zum Glück nicht mehr vom Streik betroffen. Bei von uns gefühltem schönsten Sommerwetter mussten wir dann am 28.10. Abschied nehmen von GR. Die Zeit war wieder unglaublich schnell verflogen. Wir mögen Griechenland nach wie vor sehr und hoffen sehr, dass die Griechen ihre finanzielle Lage in den Griff kriegen. Deutschenfeindlichkeit haben wir persönlich nicht zu spüren bekommen, wenn auch über Merkel mitunter geschimpft wird, aber das macht man ja in Deutschland auch. Viele Preise u.a. für Lebensmittel, Diesel und Tavernenessen sind im Vergleich zu unserer letzten Fahrt nach GR gestiegen. Dafür liegt aber nicht mehr ganz so viel Müll in der Landschaft herum. Angeblich werden neuerdings vermehrt Schulklassen zum Einsammeln geschickt. Außerdem wimmelt es von Müllcontainern.

 

Diesmal fuhren wir in Patras vom Südhafen ab, völlig neu, sehr weitläufig und großzügig dimensioniert (Terminal = N 38°13'38.6''; E 21°43'17.9''; Granikou 1, 26442 Patras, GRC). Die Superfast VI legte fast pünktlich kurz nach 17 Uhr ab und wir hatten von unserem Stellplatz hinten auf dem Camperdeck einen direkten Blick aufs Meer. So war alles bestens und wir hoffen , dass die letzten Tage unserer Reise auch so gut verlaufen. Im Moment sieht es so aus, dass wir am Mittwoch, den 2.11. wieder nach Hause kommen. Dem Boulespielen am Donnerstag steht nichts im Wege!!

Superfast VIAbfahrt von Patras ......................................................................................unser Womo von oben

29. Oktober - 2. November 2011

Der Rest ist schnell erzählt. Die Fähre lief am nächsten Tag pünktlich um 16.00 Uhr im Hafen von Ancona ein. Nun war unser verlängerter Sommer endgültig vorbei. Trübes und kühles Wetter empfing uns, so dass wir erst mal wieder Socken raussuchten. Ausnahmsweise fuhren wir mal in der Dunkelheit weiter, da wir den nächsten Stellplatz in Castel Bolognese, hinter Faenca, schon von der Hinfahrt kannten. Am nächsten Tag ging es zügig weiter über Mailand, Gotthardt-Tunnel, Basel zum Camping Sulzbachtal in Sulzburg am Rande des Südschwarzwaldes (ACSI-Card, sehr guter Service). Hier in der Nähe, in Auggen, konnte Gerd sich endlich mal den Wunsch erfüllen, den Hauptladen von Pearl zu besuchen.. Zum Schluss machten wir wie üblich Wiedersehenspause bei Kindern und Enkelkindern in Dortmund und landeten wie geplant am 2.11. wieder zu Hause, glücklich, zufrieden und gut erholt (Wovon eigentlich? Rentner haben ja immer Urlaub!).

Vor allen Dingen sind wir auch froh, einen Herbsturlaub ohne gesundheitliche Macken erlebt zu haben. Es geht also doch. Das lässt hoffen für die Zukunft. Wir haben fest vor, noch weitere Reiseberichte zu verfassen.

So verbleiben wir erst mal mit freundlichen Grüßen an unsere Leser.

Bis demnächst!!

Anhang für alle Nichtcamper

Ein Wohnmobil (= Reisemobil) ist kein Wohnwagen. Der wird von einem Auto gezogen und fährt in der Regel einen Campingplatz an.

Wir übernachteten auf Campingplätzen, wo auch Wohnwagen und Zelte stehen, und auf Stellplätzen.

Gute Campingplätze (CP) bieten in der Regel eine Menge Komfort, z.B. Sanitärhäuser mit Warmduschen, Waschmaschinen, Restaurants, Läden, Spielplätze usw. Das hat natürlich auch alles seinen Preis. Bei vielen Campingplätzen bekommt man aber mit vorher besorgten Campingcheques oder der ACSI-Card in der Nebensaison große Ermäßigungen.

Einerseits bieten Campingplätze einen gewissen Komfort und auch relative Sicherheit, andererseits liegen sie manchmal abseits oder sind in der Hauptsaison so voll, dass die Enge bedrückend wirkt, auf uns jedenfalls.

Stellplätze sind einfach nur Parkplätze, Strandabschnitte usw, wo man über Nacht gut ungestört stehen kann, auch 'frei stehen' oder 'frei campen' genannt. Man kann sie zufällig finden oder auch in zahlreichen Reiseberichten, Reisebüchern oder Stellplatzbüchern. Inzwischen gibt es immer mehr offizielle Reisemobilstellplätze, die von Kommunen oder Privatleuten (z.B. bei Bädern, Restaurants, Weingütern) eingerichtet wurden. Sie kosten häufig eine geringe Gebühr, liegen günstig in der Nähe von interessanten Ortskernen und/oder in schöner Umgebung. Oft gibt es dort auch Ver- und Entsorgung (VE), d.h. Trinkwasser und Abwasser- und Toilettenentleermöglichkeit, manchmal auch Stromanschluss. Die offiziellen Stellplätze gibt es inzwischen überall, besonders in Frankreich, Italien und Deutschland. Sogar unser kleiner Heimatort hat 2.