4. - 9. Juni 2011

Nach 9 Jahren wollten wir endlich wieder zur Kulturellen Landpartie ins Wendland fahren. Eigentlich schreiben wir nur Reiseberichte von längeren Fahrten, aber diese Veranstaltungsreihe im Wendland ist so wunderschön und informativ, dass wir mit einem Kurzbericht und etlichen Bildern auch andere Interessierte zu einem Besuch animieren möchten. Das Wendland hat es verdient, nicht nur durch die Antiatombewegung bekannt zu werden.

Es begann 1990 mit Wunde.r.punkte Wendland. Eine kleine Gruppe künstlerisch aktiver Atomkraftgegner planten eine programmatische Veranstaltung, auf der die wunderbaren und wunden Punkte im Wendland zu besichtigen waren. Später wurde daraus die kulturelle Landpartie, die jedes Jahr von Himmelfahrt bis Pfingsten stattfindet. In dieser Zeit öffnen im gesamten Wendland Künstler ihre Ateliers. Unzählige Ausstellungen , Theatervorstellungen, Musikveranstaltungen, Gartencafés usw. usw. locken. Ein Fest für alle Sinne, besonders in der Kulisse der typisch wendländischen Rundlingsdörfer. Und überall zwischendurch kommen auf unterschiedlichste Art und Weise die Atomkraftgegner zu Wort und Bild.Genauere Auskunft findet man im Internet (www.kulturelle-landpartie.de) oder einer fast 300 Seiten dicken Broschüre.

Besonderen Spaß macht es, die einzelnen Ausstellungs- und Veranstaltungsorte mit dem Fahrrad zu erkunden.

Unser Einstieg in die Kulturelle Landpartie: Ausstellungen und Gartencafé in Göhrde.

Weiter ging es nach Gartow zum Womostellplatz beim Kiosk am See. Nach der Hitze de Tages war das Schwimmen im See ein wahrer Segen. Der Stellplatz kostet 5 € inkl. WC-Benutzung tagsüber und 20l Wasser, ist ruhig und liegt direkt am kleinen Badestrand. Ver- und entsorgen kann man auf dem nahen Campingplatz, der auch einen guten Eindruck macht, für 3 €.

Am nächsten Tag trafen unsere Freunde Heino und Anke ein und wir erkundeten mit unseren Fahrrädern gemeinsam die Umgebung von Gartow bis zur Elbe. Nach einem erfrischenden Bad, u.a. auch zur Abkühlung der etwas strapazierten Gesäßmuskulatur, stellten wir erfreut fest, dass man auch in Gartow ganz gut essen gehen kann.

Der folgende Tag brachte dann vollends den Einstieg in die Kulturelle Landpartie. Nach wenigen Kilometern blieben wir dann schon in Trebel bei den Trebeler Bauernstuben hängen.Der freundliche Koch und die Speisekarte zogen uns magisch an. Das Essen war ein Genuss! Und die Ausstellung im Saal des Gasthauses hatte zur Folge, dass wir bald einen Geldautomaten aufsuchen mussten.

Die Kalorien mussten wieder runter! Also parkten wir unsere Womos auf dem Womostellplatz beim nach einem Brand wieder neu aufgebauten Heidehaus in der Nemitzer Heide (landschaftlich sehr schöne Lage, z.ZT. noch kostenlos, da VE und Strom noch nicht funktionieren).

Dann schwangen wir uns auf die Fietzen und nutzten die vielen Radwege oder sehr schmale Straßen, auf denen kaum Autoverkehr herrscht.

Nach einer sehr ruhigen Übernachtung in Nemitz, vom Klopfen der Regentropfen abgesehen, verzichteten wir am nächsten Tag wegen der unsicheren Wetterprognose auf das Fahrradfahren und bewegten die Womos. Erstes Ziel war Mützingen mit einer relativ großen Ansammlung von Künstlern und Handwerkern, die zum Teil auch von außerhalb des Wendlandes kamen. Hier konnte man sehr viel Schönes auf einmal sehen, aber es erinnerte auch etwas an die gewohnten Kunsthandwerkermärkte überall in Deutschland.

Zum Abendessen fuhren wir ins Zentrum des Wendlandes nach Lüchow. Dort entdeckten wir den liebevoll gestalteten Biergarten des Gasthauses Wendel und waren auch sehr zufrieden mit dem Essen.

Mit zufriedenen Bäuchen fehlte uns nur noch - Abendunterhaltung-. In dieser Woche gab es überall im Wendland die verschiedensten Angebote. Wir entschieden uns für Weitsche, wo auf dem Hof eines Bauernhause abends eine Zweimannband musizierte und ab 22 Uhr Theater gespielt wurde. Das Stück war köstlich, mit einem Schauspieler in verschiedenen Rollen, der zudem auch Puppen bewegte, dazu exellente Cellomusik. (Kosten? Hut ging rum!) Danach hatten wir keine Lust mehr zum Weiterfahren und übernachteten direkt auf dem Dorfplatz von Weitsche. Dort waren wir nicht allein!

Am nächsten Tag schlug der Regen richtig zu, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch! Das Museum in dem Vorzeige-Rundling Lübeln begeisterte uns auch so. Es ist jederzeit einen Besuch wert.

Rund um Lübeln befinden sich besonders viele Rundlinge, verbunden oft nur durch ziemlich schmale Straßen.

Abends aßen wir auf Rat der Kuhherstellerin beim Italiener in Dolgow und wir wurden nicht enttäuscht. Da sah man dann auch einige Künstler wieder, die wir tagsüber getroffen hatten.

Danach fuhren wir nach Zeetze zu einem abendlichen Highlight, einem Jazzkonzert mit Harfe und Gitarre. Wir waren begeistert, hatten wir doch noch nie mitbekommen, wie gut diese beiden Instrumente miteinander harmonieren.

Da es in Zeetze keine Übernachtungsmöglichkeiit gab, kehrten wir zum großen Parkplatz am Dorfeingang von Lübeln zurück, wo wir ungestört in angenehmer Umgebung die Nacht verbringen konnten.

Der nächste Morgen führte uns über Salderatzen, Diahren und Korvin nach Kussebode.

In Kussebode stiegen wir wieder auf die Fahrräder um.

Am späten Nachmittag wieder in Kussebode angekommen, mussten wir nur noch die Fahrräder verstauen und uns etwas wehmütig voneinander und vom Wendland verabschieden. 6 erlebnisreiche Tage voller wunderschöner Eindrücke und auch Erkenntnisse (z.B., dass ein breiterer Sattel bequemer wäre) liegen hinter uns.

Nun mag sich jeder Leser seine eigenen Gedanken machen, aber vielleicht haben wir auch etwas von unserer Freude vermitteln können.

Tschüss, bis bald !