23. Februar - 9. März

Herrlich! Endlich ging es Gerd Mitte Februar wieder so gut, dass der nächste Arzttermin erst wieder für Mai vorgesehen war. So konnten wir am 23. Februar endlich wieder aufbrechen - möglichst nach Portugal. Frohgemut legten wir los.

Aber inzwischen ist es ja schon fast normal, dass es bei unseren Fahrtanfängen etwas kompliziert zugeht. Zuerst verlief alles ganz glatt. Erste Pause war in Dortmund - wo wir wie üblich noch mal bei Kindern und Enkelkindern vorbeischauten - und dann fuhren wir zur Übernachtung zum ruhigen Parkplatz hinter dem Gründer- und Technologiezentrum in Solingen, Grünwalder Str. 30. Direkt gegenüber befindet sich die Firma Zwilling, natürlich mit Werksverkauf. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen und so wurde unser Bestand an Küchenmessern etwas erneuert. Anschließend gab es noch neue Jacken in der Walbuschzentrale. Welch ein Glück, dass wir erst zu spät hörten, dass es in Solingen auch einen Werksverkauf von Haribo geben soll!

Über Nacht hatte es geschneit und die Temperaturen lagen um 0°C. Also schnell weiter nach Süden! Da die Einkäufe Zeit gekostet hatten, kamen wir nur bis Edenkoben / Weinstraße und übernachteten beim Obstgut und der Brennerei Göring (ruhig, Strom, VE). Zum Thema Einkaufen: Im dazugehörigen, empfehlenswerten Hofladen gibt es u.a. etliche Bioprodukte und natürlich Obstler.

Über Strasbourg, Colmar ging es anschließend Richtung Belfort westlich an Mulhouse vorbei (gute Strecke) und über Mautautobahn weiter bis zu einem unserer Lieblingsstellplätze in Baume Les Dames (s. Fahrt nach Südfrankreich). Am nächsten Tag folgten wir der N 83 (= D 1083 ) und übernachteten zwischen Lyon und Valence auf dem Womostellplatz mitten im Dörfchen Beausemblant ( ruhig, kostenlos, VE, Bäcker nah, N 45°13'3''; E 4°49'54'' ).

Am 27.2. erreichten wir unser 1. Etappenziel: Leucate-Plage, Camping Municipal (ruhig, strandnah, schöne Lage, 9,50 € einschließlich Strom und Warmdusche ). Hier trafen wir zu unserer Freude, wie verabredet, unsere Freunde Daggi und Ecki. Draußen stürmte es, das störte aber überhaupt nicht beim Doppelkopfspiel.

Als der starke Wind dann nachließ und die Sonne prächtig schien, ging unser Ärger los! Es tropfte aus unserem Womo hinten links und die Heizung ging immer wieder aus, obwohl Kühlschrank und Herd mit Gas gut funktionierten. Wir fuhren zu 3 Werkstätten (Tipps von LMC oder ADAC) zwischen Perpignan und Narbonne hin und her. Die 1. Werkstatt meinte, der ganze Küchenblock müsse ausgebaut werden, dazu hätte man aber keinen Termin frei. Die 2. Werkstatt war gar nicht vorhanden! Die 3. gab uns schriftlich, die Batterie sei wohl bei Kälte ausgefallen, es hätte sich Wasser angesammelt, was aber nur noch kurze Zeit tropfen würde. Es wäre alles ok. Dass das alles Quatsch war, war sogar uns technischen Laien klar. Durch Unruhe, Zeitaufwand und vergebliche Kosten genervt, gaben wir auf und bekamen bei dem nächsten deutschen LMC-Händler in Bad Krozingen einen Termin für Montag, den 7. März. 1 1/2 Tage brauchten wir bis zu dem schönen Womostellplatz in Bad Krozingen , verbrachten dort direkt neben der Vita Classica Therme das Wochenende und versuchten, uns zu beruhigen. Dieser Stellplatz ist genial. Man bezahlt 9 € pro Nacht, bekommt aber bei dreitägigem Aufenthalt einen Gutschein für einen ganztägigen Aufenthalt in der Therme für 2 Personen. Das nutzten wir am Sonntag gründlich aus. Ein Besuch dieser Therme mit 7 verschiedenen Becken macht wirklich Spaß. Am besten gefielen uns die Musikhalle mit Unterwassermusik und das Außenbecken mit den vielen Massagedüsen.

Inzwischen war eine unserer Gasflaschen leer und wir wechselten sie. Nun funktionierte auch plötzlich die Heizung wieder. In der Werkstatt erklärte man uns dann, das käme wohl öfter vor, besonders bei Kälte reiche manchmal der Druck einer wenig gefüllten Gasflasche nicht mehr für die Heizung, obwohl alles andere funktioniere. Der Wasserschaden war nach 1 1/2 Stunden behoben. Am Abwasserschlauch von der Küche hatte sich kurz vor dem Abwassertank und versteckt unter der Heizung eine Schelle gelockert, wodurch Wasser austrat. Die nächste Nacht verbrachten wir noch einmal in Bad Krozingen - vorsichtshalber. Nichts tropfte mehr! An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ausdrücklich bei der Firma Hentrich bedanken, die uns trotz gefülltem Terminkalender halfen, zudem am Rosenmontag, und besonders dafür, dass kompetent und zügig die Macke gefunden und repariert wurde.

Am 9.3. trudelten wir wieder einmal in Leucate-Plage ein, allerdings diesmal über Besancon, Chalons, Clermont-Ferrand, Beziers. Die Rhônetalstrecke hatten wir nämlich gründlich satt und außerdem wollten wir endlich mal über die Brücke von Millau fahren. Diese Strecke ist landschaftlich und vom Straßenausbau her wirklich sehr schön und fast mautfrei.

In der Zwischenzeit hatten auch Daggi und Ecki Pech. Bei einem Spaziergang in einem Park in Barcelona wurden sie von 3 Männern brutal niedergestoßen und beraubt: Hose und Brille kaputt, u.a.Geld und Papiere weg. Ein Horror!

10. - 19. März

Unsere kurzzeitigen 'Katastrophen' erschienen uns bald jedoch nur noch als winzige Probleme - die schrecklichen Ereignisse in Japan überschatteten alles. Grauenvoll !!

Inzwischen erreichten wir Spanien. Nach einer Übernachtung beim Spätzle Fritz ( San Rafael del Rio, N 40°34'30'', E 0°23'36'' ) landeten wir in Oliva bei Camping Azul. Dieser Platz gefällt uns sehr gut: viel Grün, am Strand, ruhig, relativ klein und gemütlich, nicht alles zubetoniert, ACSI-Ermäßigung, sauber, ordentliche Sanitäranlagen und gute Waschmaschinen. Daggi und Ecki kamen ebenfalls. Zwar war das Wetter nur mittelmäßig, unsere Stimmung aber bestens. Die Tage waren auch gut ausgefüllt u.a. mit Restaurantbesuchen, Grillen, kleinen Fahrradtouren, Spaziergängen, Doppelkopf und Boule mit Monika und Peter aus SHG. Obwohl der CP Azul nicht groß ist und auch nicht voll war, trafen wir dort Leute aus Gronau und Emsbüren und hatten somit angeregte Gespräche.

So gut es uns auch gefiel, wir wollten ja noch mehr sehen. So folgten wir der N 332 weiter nach Süden durch wunderschöne Umgebung - mit A70 Umgehung von Alicante - nach Guardamar del Segura, Camping Marjal (ACSI, gut ausgestattet, sehr schönes Freibad und Hallenbad mit Whirlpool, Wifi ) Vom Komfort her ist dies ein hervorragender Platz, aber er liegt nicht direkt am Meer. Leider ist der Strand in der Nähe des Campingplatzes überhaupt nicht einladend und der schöne Strand von Guardamar zu weit entfernt. Außerdem habe ich immer Probleme mit der Plastikkultur der Überwinterer, die den ganzen Boden akkurat mit grünen Plastikbahnen abdecken, damit auch ja kein Körnchen Sand zu sehen ist. Diese Gegend wird anscheinend auch gern von Leuten mit Lungenproblemen besucht, weil die Luft wegen der vielen Salinen in der Umgebung besonders jodhaltig sein soll. Das ist für Gerd und Ecki sicher nicht verkehrt.

Ja - Boulebahnen gibt es auf diesem Campingplatz auch, wurden von uns getestet und für gut befunden. Liebe Volleyball-/Boulefreunde daheim, wir 4 denken an euch und grüßen euch ganz herzlich aus dem sonnigen Spanien. Die letzten Tage hatten wir endlich Sonne pur, am 18.3. mittags 25°C in der Sonne. Den beiden Männern geht es im Vergleich zum letzten Jahr ausgezeichnet, uns Frauen sowieso.

20. - 26. März

Zu viert unternahmen wir einen Autoausflug nach Elche, der Stadt der Palmen, besichtigten das archäologische Museum, bummelten durch die wunderschönen Parkanlagen Municipal Park und Huerto del Cura und stiegen 167 Stufen mit manchem Seufzer auf den Kirchturm der Basilika Sta. Maria mit tollem Blick über die Stadt. Elche hat uns sehr gut gefallen, besonders natürlich die herrlichen Palmengärten.

Leider verschlechterte sich das Wetter wieder, wurde kühler und sehr wechselhaft. Das gefiel uns nicht besonders und so fuhren wir weiter bis Isla Plana, südlich von Cartagena, zum Campingplatz Los Madriles (ACSI, sehr komfortabel, schön angelegt, Meerblick, N 37°34'47''; W 1°11'42''). Auch hier gab es wieder ein schönes Bad, diesmal mit Meerwasser, welches auch im Außenbecken geheizt war. Leider änderte sich das Wetter nicht, so dass Regen die Reichweite von Fahrradausflügen einschränkte. Da war es natürlich von Vorteil, dass Daggi und Ecki das Auto hatten. So konnten wir in der Nähe am Cabo Tinoso eine Festung besichtigen in strategisch sehr günstiger Lage auf Felsenspitzen hoch über dem Meeresufer. Die riesige Anlage an drei Stellen und mit zwei gewaltigen Kanonen war schon sehr beeindruckend. Leider beeinflusste der andauernde Nieselregen die Aussicht erheblich und es waren nirgendwo irgendwelche Informationen zu der Anlage zu entdecken. Wir vermuten, dass die Kanonen aus dem 1. Weltkrieg stammen.

Wir blieben 2 Tage und fuhren weiter bis Almeria zum Camping La Garrofa, einem urigen, kleinen Platz in einer schmalen Bucht mit gutem Busanschluss nach Almeria. Hier gefielen uns besonders die blühenden Akazien und die netten Nachbarn. Und die Sonne kehrte zurück!! Das putscht richtig auf. So schwamm Daggi bei 14° Wassertemperatur im Mittelmeer, uns grauste es!

Gemeinsam nutzten wir die gute Gelegenheit und fuhren mit dem Bus ins quirlige Almeria.Dort besichtigten wir die sehenswerte Festung La Alcazaba (mit prächtiger Aussicht) und die Kathedrale und bummelten duch die Altstadt.

27. März - 4. April 2011

Bis jetzt waren wir immer mit Daggi und Ecki zusammen gewesen. Nun trennten sich unsere Wege, weil sie früher zu Hause sein mussten und wir immer noch als Endziel Portugal im Hinterkopf hatten.

Wir fuhren weiter nach Süden, die Küste entlang (A7, N340) über Motril Richtung Malaga. Eine grundsätzlich sehr schöne Landschaft, wenn nicht auf ca. 80 km fast jeder einigermaßen ebene Fleck mit Treibhäusern aus Plastikbahnen bedeckt wäre. Zwischendurch sah man nur einzelne Bäume und Siedlungen wie Fremdkörper aus dem weißen Kunststoffmeer hervorlugen. Naja, wir wollen ja auch im Winter Tomaten, Gurken, Paprika usw. essen. Die Bedenken wegen niederländischem Treibhausgemüse sollte man da aber ganz schnell vergessen, sind doch die Transportkosten von NL viel niedriger.

Ab Motril wurde es gebirgiger, man sah wieder Gemüsefelder draußen und konnte sich an der sehr schönen Umgebung erfreuen. Etappenziel war der Campingplatz Almayate Costa (ACS), komfortabel, direkt am Strand ) ca. 30 km vor Malaga.

Die Halbzeit unserer Fahrt war vorüber. Ob wir noch in Portugal landen ??

Einen Tag planten wir für die Besichtigung Malagas ein, mit dem Bus vom Campingplatz leicht zu erreichen. Die schöne gepflegte Altstadt gefiel uns ausgesprochen gut.. U.a. besichtigten wir die Markthalle und weil Picasso dort geboren wurde, natürlich auch das Picasso Museum, welches ganz interessant ist, auch wenn die ganz bekannten Werke fehlen. Auch Malaga hat eine Festung Alcazaba, von der aus man einen herrlichen Blick über Stadt und Hafen hat. Das Besondere an dieser Festung: Man hat hier u.a. an die vielen älteren Touristen gedacht, einen Tunnel in den Felsen getrieben und an dessen Ende einen Aufzug eingebaut, mit dem man ohne anstrengendes Hochsteigen oben mitten in der Alcazaba landet.

Dann machten wir uns wieder auf den Weg über die kostenlosen Autobahnen A 45 und A 92 Richtung Sevilla. Zur Zwischenübernachtung bot sich der Stellplatz in Marchena an (Wasser, Abwasser, ca 60 km vor Sevilla, ruhig, N 37. 328918°, W 5.4238835°, leider viel Müll). Und dann ging es über Sevilla, Huelva (A 49) direkt nach Portugal.

Gleich hinter der Brücke über den Grenzfluss Guadiana gibt es an der Autobahn ein kleines Touristenbüro, wo wir von allen größeren Orten der Algarve Stadtpläne in deutscher Sprache erhielten. Wenn das kein guter Empfang ist! Bei der ersten Ausfahrt verließen wir die Autobahn und machten Pause auf einem der seltenen offiziellen portugiesischen Womostellplätze am Ortseingang in Castro Marim, der sogar eine VE-Station besitzt.

Die beiden nächsten Tage verbrachten wir in Vila Real de Santo Antonio mit Bummel durch uns vertraute Gassen. 2004 waren wir zuletzt hier. Der Bauboom ging in der Zwischenzeit unvermindert weiter. Aber noch gibt es Eckchen für Womos. Am Fährhafen über den Guadiana standen wir ungestört mit mindestens 50 anderen. Nach dem Auffüllen unserer Gas- und Lebensmittelvorräte (2 Tankstellen mit GPL an der N125 kurz hinter Villa Real) zog es uns direkt an den Strand. Und nur wenige Kilometer weiter gab es den idealen Parkplatz in Altura an der Praia Alagoa (N 37.17140°; W 7.50033°). Nur die Dünen trennten uns vom herrlichen, feinen, sauberen Sandstrand. Das wissen aber auch viele andere Freicamper zu schätzen. Dies ist kein offizieller Stellplatz, aber die heimische Wirtschaft des kleinen Ortes hat sich voll darauf eingerichtet. Es gibt deutsche, niederländische, franz. und engl. Presse, den Spiegel sogar schon am Montag! Bäcker und Gemüsehändler kommen täglich direkt auf den Parkplatz und am Sonntag erschien sogar ein Womotechniker mit vollausgestattetem Werkstatt- und Zubehörwagen. Der hatte dann auch den ganzen Tag hier zu tun. Das ist Geschäftssinn!

5. - 11. April 2011

Anschließend fuhren wir über Tavira, wo das Freistehen inzwischen restlos verboten ist, und Santa Lucia nach Pedras d'El Rei, Dort kann man von einem großen Parkplatz zu Fuß oder mit Bimmelbahn die davorliegende Lagune gut erreichen. Vor uns im Blütenmeer zwitscherten etliche Stieglitze (Distelfinken) und zupften die Samen aus den Korbblütlern. Von hier aus erkundeten wir mit dem Fahrrad Tavira, machten uns einen schönen Tag und kauften ein. Ein Bummel durch Tavira ist ein Muss auf jeder unserer Algarvereisen, weil uns das ganze Ortsbild wahnsinnig gut gefällt. Die Wohnmobilunfreundlichkeit missfällt uns allerdings sehr, aber da haben es sicher einige Camper auch übertrieben.

Das nächste Ziel war der kleine Ort Fuseta, sehr gemütlich, mit Fischern und Strand und vom Touristenrummel anderer Algarveorte weit entfernt. Der kleine kommunale Campingplatz liegt direkt zwischen Altstadt und Strand, so dass alles zu Fuß erreichbar ist,..........wenn man denn laufen kann. Ein Hexenschuss vergällte mir die Freude daran 3 Tage, aber dafür konnte ich schön draußen in der Sonne liegen und zwangsfaulenzen. Hat doch auch was. Etwas Gutes zu finden ist oft eine Frage der Blickrichtung. Unser Campingnachbar aus Paderborn sagte passend dazu:" Glück ist, Leid zu vermeiden." Werden wir uns merken.

12. - 22. April

 Wieder ganz fit strebten wir weiter nach Quarteira, verrufen wegen der vielen Touristensilos. Aber so schlimm fanden wir es gar nicht, zumal Anlagen und Bäume auflockernd wirken und Strand und Promenade sehr schön und gepflegt sind. Der Orbitur Campingplatz ( 14 € ) ist relativ großzügig angelegt, nicht weit vom feinen, langläufigen Sandstrand entfernt und besitzt ein sehr schönes Freibad. Mit dem Fahrrad erkundeten wir wieder einige besonders interessante Ecken. den riesige Mittwochswochenmarkt Richtung Almancil, den Fischerhafen mit der Markthalle und die lange Strandpromenade. Der Nachbarort Vilamoura, wo die Schönen und Reichen ihre Villen und Ferienwohnungen haben, hat natürlich schon etwas Besonders. Die herrlichen Parkanlagen mit einem wunderschönen Trimmdichpfad machen doch Eindruck. Und neben den normalen Golfplätzen soll sich hier auch der schönste Minigolfplatz Europas befinden.

Den nächsten Stopp machten wir in Armacao de Pera, um alte Erinnerungen aufzufrischen. Und überall das gleiche Bild: Die Landschaft ist fast zugebaut, wie in Südspanien. Wenn man Natur sehen will, schaut man am besten nur aufs Meer raus oder fährt ins Binnenland. Aber schön ist es ja doch, zumal in den letzten Jahren auch viele alte Häuser renoviert wurden. Der Ausschwung der vergangenen Jahre macht sich schon bemerkbar. Aber das ist ja nun auch wieder vorbei. U.a. haben Schuhfirmen wie Ecco und Rohde Portugal Richtung asiatische Billiglohnländer verlassen und tausende von Arbeitslose hinterlassen. Und die Textilfabriken sterben wie früher in Deutschland, nur dass es hier weniger andere Arbeitsplätze gibt.

Eine Enttäuschung war für uns der Campingplatz Parque de Campismo de Armacao de Pera, viel ungepflegter als früher, ohne Blumen . und überhaupt kein Gras mehr als Untergrund, nur noch Sand. Weil er nur 10 € kostet, ist er aber trotzdem gut besucht. Die Strandpromenade von Armacao wurde inzwischen schön ausgebaut und der Strand ist immer noch ein Gedicht. Leider kann man hinter dem Sportplatz am östlichen Ortsrand wegen einer Baustelle nicht mehr frei stehen, aber auf den Klippen am westlichen Ortsrand ist es noch möglich, nur nicht besonders ruhig. Leider machte nun mein Fahrrad nicht mehr mit: Hinterradplatten. In einer kleinen Werkstatt an der N125 in Alcantarilha wurde zügig geflickt. zu dem Wahnsinnspreis von 3 €. Leider wohl zu schnell und billig, denn zwei Tage später war der Reifen wieder platt.

Auch Lagos enttäuschte uns erst mal. Früher hatten wir herrlich hinter den Dünen an der Meia Preia gestanden. Jetzt auch hier viele Neubauten und ansonsten Verbotsschilder für Womos. Deshalb fuhren wir zum Camping Trindade. Von hier aus konnten wir die quirlige Innenstadt von Lagos prima zu Fuß erreichen. Für uns hat Lagos die sehenswerteste Innenstadt von allen Algarveorten.

Inzwischen war das Hoch nach Deutschland abgewandert. Dort schien die Sonne herrlich und bei uns wurde es wechselhaft. Es war zwar noch warm, aber kein Strandwetter mehr. Noch 2 Wochen bis zum Urlaubsende. Weiter westlich wollten wir nun nicht mehr fahren, weil wir in Sagres ja auch schon von früher kannten. So ging es jetzt nach Osten zurück bis nach Portimao. In Praia da Rocha gibt es nicht weit vom Strand entfernt einen sehr großen bewachten Parkplatz ( N 37.11978°; W 8.53007° ) mit simpler VE, auf dem man für 1 € ( kein Witz!! ) übernachten kann. Ausgerechnet der Ort mit der Vorzeigeküste der Algarve bietet solch eine Möglichkeit. Wir waren happy und viele andere Wohnmobilisten auch! So tauschten wir mit engl. LMC-Besitzern Tipps aus, wie man Polsterbezüge am besten reinigen kann und mein Fahrrad erhielt in Portimao neuen Reifen und Schlauch. Alles war bestens.

23. April - 3. Mai 2009

Die Osterfeiertage verbrachten wir wieder an der Praia Alagoa ( s.o.) und ab Sonntag schien nach 3 Tagen mit viel Regen auch endlich wieder die Sonne prächtig, so dass wir viel am Strand lagen und unseren Aufenthalt in Portugal noch länger als ursprünglich vorgehabt ausdehnten.

Nach einer letzten Nacht in Vila Real am Guadiana ging es dann zügig am Donnerstag, den 28.4. auf die Heimfahrt. Diesmal fuhren wir nicht über Madrid, sondern westlich drumherum: A 49 bis Sevilla, A 66 über Mérida nach Salamanca und A 62 bis Palencia. Diese Strecke ist sehr zu empfehlen: gut ausgebaute kostenlose Autobahn mit wenig Betrieb und schöne Umgebung. Seit dem Frühjahr darf übrigens auf spanischen Autobahnen nur noch 110 km/h gefahren werden.In Palencia gibt es Wohnmobilstellplätze ( ruhig, VE, kostenlos, N 42.00427°, W 4.53490° ) auf einem Parkplatz zwischen einem Park und der Innenstadt. Bis zur ansehnlichen Fußgängerzone waren es nur wenige Schritte. Dieser Zwischenstopp gefiel uns!

Der weitere Rückweg führte uns über Burgos , Vitoria (A 1, N 1), Irun zur spanischen Grenze. An der Autobahnabfahrt bei km 7 befindet sich ein großes Einkaufszentrum, wo wir wieder günstig Diesel tankten (1,259 € ). Wohin sind wir nur gekommen, dass wir solchen Preis heute schon günstig nennen! Aber in D ist Diesel z.Zt. ja wesentlich teurer (über 1,40 € ).

Nun war einer unserer Lieblingsübernachtungsplätze nicht mehr weit : Ondres - Plages, nördlich von Bayonne. Inzwischen gibt es hier neben VE sogar Strom. Das Wetter war so schön, dass wir noch einen Strandtag einlegten.

Der Rest ist schnell erzählt. Zügig ging es ohne Maut quer durch Frankreich über Bordeaux, Angoulême, Confolens, Bellac, Vierzon , Richtung Auxerre mit Übernachtung auf dem Womostellpatz in dem Dorf Vailly-s-Sauldre ( N 47°27'29; E 2°38'.41 ). Auf dem sehr schön angelegten, ruhigen Platz am Ortsrand gibt es neben VE sogar ein kleines Sanitärhaus, das alles für 3,50 €. Strom und Dusche kosten extra.

Die nächste Tagesetappe führte uns über Auxerre, Troyes, St. Dizier, Nancy, Metz, Luxemburg ( Diesel 1,194 €), Bitburg, Prüm bis zum angenehmen Womostellplatz im Kern von Blankenburg ( VE, ruhig, idyllische Umgebung, 5 €, Strom extra ) neben dem Freibad.

Den letzten Tag verbrachten wir bei Kindern und Enkelkindern in Dortmund, mit viel Gesprächsbedarf allerseits und trudelten abends wieder zu Hause ein. Keine gesundheitlichen Zwischenfälle diesmal! Das lässt hoffen für unsere nächste Fahrt.

Das wärs mal wieder. Wenn alles gut geht, berichten wir im Spätsommer weiter. Tschüs bis dahin!