28. September - 10. Oktober 2010

Tja, eigentlich sollte uns unsere diesjährige Herbstfahrt ab Mitte August wieder nach Griechenland führen. Aber sie endete schon in Südtirol, wo Gerd wieder mit Lungenentzündung und Perikarderguss diesmal das Bozener Bezirkskrankenhaus kennen lernte. Ich besuchte ihn mit dem Fahrrad vom nahen Campingplatz Moosbauer ( schöne Lage in Obstplantagen, tolle Ausstattung, sehr nette Besitzer) und sah nebenbei noch etwas von der sehenswerten Umgebung. Nach dem Krankenhausaufenthalt war noch etwas Erholung nötig, u.a. mit Besuch Bozens und dem zur Zeit prominentesten Bewohner - dem originalen Ötzi. Dann ging es wieder nach Hause, weil die Ärzte weitere Untersuchungen empfahlen.

Zu Hause das gleiche Theater wie im Frühjahr: es war alles ok. Der Kardiologe gab freie Fahrt mit dem Hinweis, in Südfrankreich gäbe es im Notfall auch gute Ärzte.

So starteten wir erneut am am 28.9. , hatten unser Ziel aber vorsichtshalber nicht so weit gesteckt. Die erste Übernachtung erfolgte in Willroth im Westerwald beim Waldgasthof Steiger Mühle (Nähe A3, sehr ruhig, leckere Steaks, N 50°48'54; E 7°34'52 ).

Weiter ging es über Koblenz, Bingen, Straßburg, Colmar, Mulhouse (ohne Maut) nach Baume-Les Dames zu dem sehr gut ausgestatteten Wohnmobilstellplatz (7 €, N 47°20.400'; E 06°21.488'), wo wir 3 Tage blieben. Der Campingplatz in der Nähe ist ebenfallls sehr zu empfehlen und kostet nur 2 € mehr. Wir haben beschlossen, auch immer mal wieder Preise zu nennen. Die sind zwar nicht für alle Leser interessant und können sich auch schnell ändern, bieten aber für Wohnmobilisten doch manchmal interessante Anhaltspunkte.

Einen Tag fuhren wir noch weiter nach Süden und kehrten dann aber um, weil Gerd sich wieder nicht gut fühlte. In Freiburg wurde er 2 Tage gründlich in der Uniklinik untersucht, man fand aber nur erhöhte Entzündungswerte, gegen die es wieder Antibiotika gab. Sonst fand man nichts, gab allerdings den Tipp, eventuell mal einen Rheumatologen aufzusuchen. Wir sind ja inzwischen auch schon für jeden Tipp dankbar!

So blieben wir vorerst auf dem nett angelegten und ruhigen Freiburger Reisemobilstellplatz am Eschholzpark ( N 47°59'58; E 7°49'32 ) mit sehr freundlichen Besitzern. Die Freiburger Innenstadt kann man gut zu Fuß oder mit der Straßenbahn erreichen und ist natürlich immer einen Besuch wert. Für uns ist Freiburg die schönste deutsche Großstadt und so waren wir nicht sauer über den Zwangsaufenthalt.

Am 9.10. fühlte Gerd sich wieder fit für die Weiterfahrt. Nun denn! Bis Besancon fuhren wir Autobahn und dann die D1083 (N83) weiter bis Villars-Les-Dombes. Dort kann kann man neben einem See sehr ruhig auf dem weitläufigen Parkplatz eines Vogelparkes übernachten ( N 45°59'29; E 5°1'31 ) Das wissen allerdings auch viele andere Wohnmobilisten, aber Platz ist für alle da, ein idealer Zwischenstopp!

Heute sind wir tatsächlich in Südfrankreich gelandet, in Grignan, südöstlich von Montélimar. Leider ist auf den von Womoreiseführern empfohlenen Parkplätzen direkt an der Altstadt seit diesem Sommer das Übernachten verboten. Deshalb stehen wir jetzt auf einem urigen Trüffelbauernhof ( Ayme Truffe, N 44°25'22; E 4°56'56 , kostenlos, sehr ruhig) in der Nähe von Grignan zwischen Lavendelfeldern und Eichen, wo Trüffel gesucht werden.

11. - 18. Oktober 2010

Natürlich schauten wir uns auch den kleinen Hofladen an, bekamen eine kleine Kostprobe Trüffelöl und wurden von zutraulichen, verspielten Trüffelhunden beschnüffelt. Man hat sogar die Möglichkeit, an einer Trüffelsuche teilnehmen. Wir begnügten uns aber mit Erklärungen und kauften noch ein paar Kleinigkeiten. Auch das war für uns neu und sehr interessant.

Anschließend fuhren wir zum neuen Tagesparkplatz für Womos in Grignan, machten ein Spaziergang durch die reizvolle, mittelalterliche Altstadt und besichtigten das Schloss. Und da um diese Zeit nicht mehr viele Touristen unterwegs sind, hat man viele Ecken für sich allein und kann die stimmungsvolle Umgebung genießen.

Weiter ging es über abenteuerlich schmale Straßen nach Clansayes, Aire de Toronne, einem Ferienbauernhof mit Womostellplätzen ( N 44°22'6''; E 4°47'50'', Ver-und Entsorgung, Dusche, Strom, 15 € , ruhig ). Im Sommer steht sogar ein Pool zur Verfügung. Dort blieben wir 2 Tage und relaxten in der Sonne.

Unsere nächste Etappe war der Campingplatz Carpe Diem in Vaison-la-Romaine. Der ist im Oktober noch offen, sogar der beheizte, teilweise überdachte Pool ist noch in Betrieb und die Asci-Karte wird akzeptiert. Was will man mehr. Wäsche waschen war mal nötig! Am nächsten Tag war die Ortserkundung fällig. Mit dem Fahrrad fuhren wir zur Altstadt und den römischen Ruinen. Dieser Ort lohnt auch einen längeren Aufenthalt. Nebenbei entdeckten wir, dass die in verschiedenen Reiseführern vorgeschlagenen Parkplätze inzwischen für Womos gesperrt sind, es aber seit mindestens 2006 einen sehr gut ausgestatteten neuen Womostellplatz am Stadtrand gibt mit schöner Lage zwischen Weinfeldern und nur kurzer Laufstrecke zur Innenstadt: Parking Du Colombier, N 44°14'47''; E 05°04'27''.

Nach den Trüffeln interessierte uns nun die 2. Besonderheit der Provence, der Anbau von Lavendel. Auch wenn er nun leider nicht mehr blühte und abgeerntet war, lag doch an vielen Stellen auf dem Lande der Duft in der Luft. Über Carpentras und L'Isle-s-la-Sorgue erreichten wir Coustellet mit dem Musée de la Lavande ( N 43°52'10,9'' ; E 5°08'42,9'' ). 

Von diesem relativ kleinen Museum hatten wir nur durch Zufall gehört und waren begeistert . Man kann eben immer noch was dazulernen. Film und Ausstellung mit deutscher Audioführung waren sehr informativ und anschaulich und der dazugehörige Shop reizte natürlich auch zum Einkauf. So ganz nebenbei: Uns wurde erzählt, dass 1-2 Tropfen Essence vom echten Lavande (nicht Lavandin) auf den Schläfen verrieben gut gegen Kopfschmerzen sein solle. Das hat Gerd ausprobiert und es stimmte! Es sei denn, die Kopfschmerzen sind von selbst verflogen.

Zur nächsten Übernachtung fuhren wir nach Gordes. An der überragenden Lage des kleinen Ortes oben auf dem steilen Felsen können wir uns gar nicht satt sehen. und wenn dann noch die Sonne so schön scheint! Wir fuhren zu dem im Schulzbuch beschriebenen Stellplatz oben direkt in der Altstadt. Kürzere Wege gibt es nicht! ( N 43.91284°; E 5.19854° , sehr ruhig, viel PLatz, 5 €). Und auch das empfohlene Restaurant Le Provencal besuchten wir. Das Menu schmeckte gut, aber die Portionen waren viel zu mächtig für uns. Eine Pizza oder ein Salat hätte uns völlig gereicht. Aber auch wir sind oft erst hinterher klüger. 

Nur 4 km entfernt liegt die Abtei von Sénanque, im Tal, umgeben von Lavendelfeldern und Wald. Die Sicht auf das Kloster ist natürlich noch schöner, wenn der Lavendel blüht, aber so ein Herbstwald hat auch was Romantisches. Das Kloster ist auch heute noch bewohnt und besichtigen konnte man es nur mit einer franz. Führung. Es gab aber wenigstens eine kleine deutsche Broschüre. Uns beeindruckten besonders die strenge, wohl durchdachte Architektur der Zisterzienser und der herrliche Kreuzgang.

Nun zog es uns zur 3. Besonderheit der Provence, den Ockerfelsen, aber diesmal nicht nach dem touristischen Roussillon, welches wir schon kannten, sondern nur etwas weiter nach Osten, nach Rustrel zum Colorado Provencal. Auf dem großen Parkplatz am Eingang zum Naturpark können Womos ruhig über Nacht stehen (10 €, N 43.92004° ; E 5.50084° ). Drei verschiedene Wandertouren stehen zur Auswahl. Wir entschieden uns für die dritte, die ohne Steigungen auskommt, aber abwechslungsreich ist und in der sogenannten Sahara Ocker verschiedenster Schattierungen bietet. Ein Augenschmaus! Ca. 1,5 Stunden waren wir unterwegs. Am nächsten Morgen machte ich mich noch zum Anfang der Tour 2 auf. Der Anstieg war schon ziemlich wüst (für mich!), aber der Blick von oben auf die Feenkamine entschädigte vollkommen. Natürlich halten sie einem Vergleich mit Kappadokien in der Türkei oder dem Bryce Canyon NP in den USA überhaupt nicht stand. Aber auch kleinere Schönheiten können in ihrer Umgebung richtig bezaubernd sein.

Inzwischen hatte unser Sohn Daniel uns benachrichtigt, der Treibstoff würde in Frankreich wegen Streik der Raffinerien knapp. Davon hatten wir in den beschaulichen Provencedörfern überhaupt noch nichts gehört. So füllten wir schnell in Apt unseren Tank auf und sorgten auch die nächste Zeit dafür, dass er immer weitgehend gefüllt blieb.

Den Rest des Tages verbrachten wir gemütlich in Bonnieux und auf dem kleinen beschaulichen Campingplatz, den wir schon von unserem ersten Provenceausflug von 1992 kannten und der sich kaum verändert hatte. Naja, die Bäume sind natürlich gewachsen.

Am nächsten Tag setzten wir unsere Tour am Luberon fort, bummelten durch Ménerbes, kauften in Cavaillon ein und wollten dann einen Ausflug zur Schlucht von Régalon machen. Auf dem Parkplatz davor angekommen, wunderten wir uns erst über die völlige Leere und mussten dann leider lesen, dass die teilweise nur einen knappen Meter breite Schlucht inzwischen aus Sicherheitsgründen gesperrt worden ist. Da verging uns die Lust auf Wanderung und wir fuhren weiter nach Lourmarin.

Lourmarin hat viel gemeinsam mit anderen Provencedörfern: Altstadtlage auf Hügel oder Felsen, steingraue oder ockerfarbene Häuser, neuere Häuser sehr gut angepasst, sehr enge Straßen, alte Burg, altes Schloss oder Ruine in exponierter Lage. Mit seinen kleinen Läden und Straßencafés lieben wir Lourmarin und finden es besonders hübsch zum Bummeln. Und zu dieser Jahreszeit wimmelt es hier auch nicht mehr von Touristen. Hier wohnt auch der britische Schriftsteller Peter Mayle, der mehrere Provence-Bücher geschrieben hat. Übernachtet haben wir direkt vor der Altstadt mit freiem Blick auf das Schloss ( N 43°45.976' ; E 5°21.637').

Auch unser nächstes Ziel Cucuron hat viel Charme. Besonders gefiel uns der Dorfplatz mit einem großen, Platanen umstandenen Wasserbecken in der Mitte, welches früher als Löschteich gedient hat. Und der Clou: Direkt daneben liegt ein ruhiger Parkplatz, auf dem man kostenlos übernachten kann ( N 43°46.484 ; E 5°26.322 ). Womos über 3,5t dürften diesen Platz aber eigentlich nicht anfahren. Z.Zt .wird aber gerade ein schön angelegter P ganz in der Nähe , Richtung Osten hinter der Cave fertig gestellt.

Das Wetter war weiterhin schön sonnig, zwar nicht besonders warm, aber mittags immerhin zwischen 15 und 20°C. Dann zog es uns mal wieder ans Meer. Wie bei älteren Leuten so üblich, begaben wir uns auf Nostalgietour und fuhren zur Côte d'Azur in die Nähe von Le Lavandou zum Campingplatz Camp du Domaine, wo wir von 1992 bis 2000 schon viermal waren. Hier gefällt es uns wieder sehr gut, so dass wir wohl ein paar Tage bleiben werden. Im Moment ist die Gegend fest in deutscher Hand, weil viele Bundesländer gleichzeitig Herbstferien haben. Aber die Leute sind ziemlich unruhig wegen des Streiks. Zur Zeit stehen alternative Rückreiserouten über Italien / Schweiz hoch in Kurs, weil man Angst hat, auf der franz. Autobahn plötzlich ohne Sprit dazustehen. Tatsächlich sahen wir auch schon eine großeTanke, die nur noch Diesel hatte. Wie gut, dass wir das ohne Zeitdruck in Ruhe aussitzen können.

Jetzt ( 22.10.) haben wir endlich wieder Internetzugang und werden diesen Bericht ins Netz stellen. Wir schauen vom Womo direkt aufs Meer 20m vor uns, ein paar Kinder baden, Brrrrr, die Sonne scheint weiterhin und wir haben um 12 Uhr 24°C, gefühlte Temperatur durch den Seewind allerdings etwas kühler.

19. - 28. Oktober 2010


Einen Tag Nieselwetter, sonst immer Sonne diese Woche. Wunderbar!

Im Wesentlichen waren wir faul und träge und genossen es. Die schöne Umgebung lädt regelrecht dazu ein. Außerdem musste unbedingt der Adventskalender für unseren jüngsten Enkel Michel fertig gestickt werden. Draußen in der Sonne mit Blick aufs Meer und Surfer ist das nicht ganz so langweilig. Ansonsten fuhren wir mit dem Fahrrad nach Le Lavandou und auch zum beeindruckenden Donnerstagsmarkt dort und aßen sehr lecker im Restaurant Le Provencal in La Favière. Jetzt in der Nebensaison geht hier alles sehr ruhig und beschaulich zu.

Blick vom Camp du Domaine auf La Favière und im Hintergrund La Lavandou

29. Oktober - 5. November 2010

Da der Campingplatz an diesem Wochenende für dieses Jahr dicht machte, fuhren wir am Freitag weiter, allerdings nur wenige Kilometer bis zum nördlichsten Ortsteil von Le Lavandue, Cavalière. Dort hat die Gemeinde einen Teil eines großen Parkplatzes als Wohnmobilstellplatz ausgewiesen ( N 43°09.120' ; E 06° 25.841', Ver- und Entsorgung, Strom, 10 € ). Hier hat man viel Platz, Geschäfte sind ganz nah und zum Strand muss man nur über die Straße. Nachts ist es ganz ruhig. Eigentlich wollten wir schon am nächsten Tag weiterfahren, aber dann erzählten uns Womonachbarn, dass sonntags auf einem Teil des Parkplatzes immer ein großer Flohmarkt stattfindet. Das verlockte uns zum Bleiben, allerdings länger, als wir geplant hatten! Denn bereits mittags fing es an, in Strömen zu gießen und hielt nur mit kleinen nichtssagenden Pausen 2 1/2 Tage an. Der Flohmarkt fiel somit natürlich ins Wasser, fand also gar nicht statt. Wir waren aber wirklich heilfroh über nahe Geschäfte und Stromanschluss für langanhaltenden Fernsehkonsum. Zudem lag das Restaurant Le Cannier gegenüber vom Stellplatz und das Menu schmeckte superlecker! Nicht umsonst war das Lokal brechend voll! Noch am Freitag hatten wir herrlich in der Sonne am gar nicht so schmalen Strand Kaffee getrunken und am Sonntagmittag rollten die tosenden Wellen bis zu den Hausmauern des Restaurants. Beeindruckend!

Danach machte die Côte d'Azur ihrem Namen alle Ehre und wir bekamen blitzblankes T-Shirtwetter. Nun wollten wir uns den bekanntesten Stellplatz in dieser Gegend anschauen : 'Bonne Terrasse' in Ramatuelle, bekannt deshalb, weil es in dieser Gegend der Reichen und Schönen wenig Möglichkeiten für Womos gibt und dieser kommunale Platz außerdem auch noch eine sehr schöne ruhige Lage am Strand hat ( N 43°12.680' ; E 06°39.734', Ver- und Entsorgung, Dusche, 7,30 €, kein Strom). Dieses Jahr ist er auch erstmals statt bis Ende Okt. sogar bis zum 30. Nov. geöffnet.

Wir verbrachten dort 3 wunderschöne Tage bei strahlender Sonne mit Strandspaziergängen, Gesprächen mit Nachbarn und Lesen. Dann hatten wir allerdings etwas mehr Lust auf Abwechslung. Das nur 10 km entfernte St. Tropez umkreisten wir aber weiträumig. Ein Kurzbesuch vor 18 Jahren mit Bummel durch den Rummel reicht noch bis heute.

Wir rollten wieder Richtung Norden nach Cavalaire sur Mer zum Camping de la Baie (Asci-Card), einem der seltenen z.Zt. noch geöffneten Plätze. Er liegt ganz ruhig, trotzdem sind es bis zu Geschäften und Bootshafen des quirligen, recht ansehnlichen Ortes nur wenige Minuten (400m).

6. - 10. November 2010

Der Campingplatz in Cavalaire sur Mer war zwar recht komfortabel ausgestattet, hatte für uns aber zwei entscheidende Nachteile: Er liegt nicht direkt am Meer und ist in der Nachsaison wegen der vielen Bäume viel zu schattig. Deshalb machten wir uns am 7. 11. so langsam auf den Rückweg Richtung Heimat.

Und als wir wieder durch Cavalière fuhren, fand dort tatsächlich der sonntägliche Flohmarkt statt, der eine Woche vorher wegen des Regens ausgefallen war. Nach einem ausführlichen Bummel beschlossen wir, auch die Nacht dort zu bleiben.

Am nächsten Tag machten wir wieder Pause im riesigen Centre Commercial im Osten Toulons und kauften in der Nähe von Ikea in unserem Lieblingsladen, dem Sport-Supermarkt Decathlon, ein. Hier frischen wir immer unseren Bestand an qualitativ guten und preisgünstigen Basic T-Shirts auf und außerdem legten wir uns diesmal neue Boulekugeln zu.

Zur Übernachtung fuhren wir später bei Avignon von der Autobahn ab nach Châteauneuf-du-Pape. Dort kann man direkt in der Ortsmitte neben dem Schwimmbad ruhig und kostenlos übernachten. Der Ort ist bekannt durch seine hochpreisigen und guten (?) Weine. So fallen die vielen Weinverkaufsstellen auf und in der Gegend wimmelt es von Weingütern. Aber irgendwie hatten wir keine Lust zum Probieren. Lag wohl daran, dass wir in der letzten Zeit zu oft Weinproben mitgemacht und erst in Südtirol ordentlich eingekauft hatten. Vielleicht lag es aber auch daran, dass wir mit Wein nicht viel im Sinn hatten ( Welch eine Untat in dieser Gegend! ) ,weil wir gerade erst in ein Schokoladenmeer abgetaucht waren, denn wir hatten auf dem Weg von Sorgues nach Châteauneuf-du-Pape die große Chocolaterie Bernard Castelain entdeckt, Pröbchen genossen und eingekauft. Lecker! Es finden dort auch Führungen statt, aber leider nur an vereinzelten Tagen.

Am nächsten Tag schafften wir es nach einem kleinen Bummel durch Ch. nur bis Langres, nördlich von Dijon. Verflixt kurz, diese Tage im November. Zwar hatten wir uns vorgenommen, immer im Hellen einen Stellplatz zu suchen, aber wenn man morgens nicht so gut aus den Federn kommt und es abends schon so früh dunkel wird, ist das nicht so ganz einfach. Wir hatten von einem Stellplatz in Langres gelesen, in der Hafenstraße, kamen dann aber auf eine schmale, stockdunkle Straße in menschenleerer Umgebung und landeten nach einer Weile vor einem Weiterfahrtverbotsschild. Aber mit Taschenlampe erkannte man draußen im Regen, dass sich dort wirklich ein paar Parkplätze befanden. Am nächsten Morgen sah das Ganze dann viel netter aus: ein Parkstreifen an einem kleinen Park direkt am Canal de la Marne mit Anlegestelle (N 47.88186°; E 5.33848°), für eine Zwischenübernachtung also durchaus geeignet.

Heute haben wir uns Metz angeschaut mit einer sehr schönen Altstadt. Die Kathedrale gefiel uns besonders mit ihren riesigen, bunten, von innen wunderschön filigran wirkenden Fenstern. Der Wohnmobilstellplatz ( N 49°7'20''; E 6°10'5'' ) befindet sich direkt an der Mosel vor dem Campingplatz mit nur kurzem Weg zur Kathedrale.

Nun hat uns aber auch das uns so gut bekannte, heimatlich feuchte, kühle Novemberwetter wieder erwischt und deshalb werden wir jetzt nur noch eine Stippvisite bei Kindern und Enkelkindern in Dortmund einlegen und dann am Freitag, den 12. November wieder zu Hause sein.

Fazit: Der Herbst in Südfrankreich ist zwar nicht ganz so warm wie auf dem Peleponnes, aber auf jeden Fall auch sehr angenehm. Wenn möglich, werden wir wiederkommen und auch noch andere Ecken der Provence erkunden. Tschüs allerseits, bis zum nächsten Bericht!